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Politisches Interview

Interviews zu politischen und gesellschaftlichen Themen aus den aktuellen Kulturmagazinen von SWR2.

Alle Folgen

  • 04.03.2021
    6 MB
    06:43
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    IW-Direktor Hüther zur Corona-Politik: „Wir werden schlecht regiert“

    Nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern hat der Direktor des IW-Instituts der Deutschen Wirtschaft Michael Hüther die Pandemie-Politik der Bundesregierung kritisiert: „Bei den Masken hat es vor einem Jahr nicht geklappt, beim Impfen klappt es auch nicht, jetzt ist das mit dem Testen auch wieder nicht geregelt worden“.

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  • 03.03.2021
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    06:51
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    Der Zuspruch zur Pandemie-Politik nimmt ab: Corona-Gipfel von Bund und Ländern

    Was jetzt voll zu Buche schlage, das seien die Versäumnisse beim Impfen und die große Enttäuschungen darüber, dass das längst nicht so schnell gehe wie gehofft. Zudem die Versäumnisse des letzten Sommers, die schlechte Auszahlung der Ersatzleistungen für Betriebe, die schlechte Strategie in der Schule, „das fällt jetzt alles auf die Politik zurück“, sagt Albrecht von Lucke, Redakteur der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Die allgemeine Bereitschaft, die zu Beginn bestanden habe, die Krise gemeinsam zu meistern, löse sich mehr und mehr auf. Es würden Individualinteressen und vor allem auch die Interessen der verschiedenen Parteien deutlich. In NRW z. B., in einer schmalen Konkurrenzsituation der Koalition zwischen FDP und CDU, würde die FDP auf Lockerungen drängen, um so auch bundespolitisch Profil zu gewinnen als die Partei, die für Lockerungen stehe. Das mache Druck auf Armin Laschet, so dass er mit seinem Satz „Wir dürfen nicht jeden Tag neue Inzidenzien erfinden“ eine klare Abkehr von der harten Lockdown-Politik von Merkel und Söder formuliert habe. Auch im Hinblick auf die Wahlen weil dort dieses Ergebnis der Wahlen im Land nicht zu schlecht ausfallen darf für ihn, denn er muss zum ersten Mal den Kopf hinhalten als CDU-Parteivorsitzender“, so von Lucke. Der enorme Zuspruch, der anfänglich aber interessanterweise nur auf CDU/CSU konzentriert war, während die SPD, obwohl sie an der Regierung beteiligt ist, konnte davon nicht stark profitieren, der nähme deutlich ab. CDU und CSU, vor allem die Kanzlerin, verlören an Reputation. Das mache das große Vakuum an der Führungsspitze, sowohl der Regierung, aber auch mit Blick auf die Wahlen an der Spitze von CDU/CSU deutlich. Heute treffen sich Bund und Länder wieder zu einem Corona-Krisengipfel.

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  • 02.03.2021
    6 MB
    06:55
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    Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können: Hat die SPD das mit ihrem Wahlprogramm im Blick?

    In ihrem neuen Buch „Working Class“ hat Julia Friedrichs Menschen portraitiert, die allein von ihrer Arbeit leben müssen. Es geht zum Beispiel um einen Arbeiter, der in Berlin die U-Bahn reinigt. Um den Tarifvertrag zu umgehen, ist er bei einem Subunternehmen der Verkehrsgesellschaft angestellt. Sein Vater, auch ein ungelernter Arbeiter, sagt zu ihm: „Mit deinem Gehalt hätte ich mir den Hintern abgewischt.“ Das Vertrauen in die Politik und besonders in die SPD sei seit der Deregulierung des Arbeitsmarktes in den Nuller Jahren gebrochen, sagt Julia Friedrichs im Gespräch mit SWR2: „Die Menschen haben das Gefühl, dass die Partei nicht an ihrer Seite steht.“ Das Vertrauen zurück zu gewinnen, werde verdammt schwer, meint Friedrichs, auch wenn sie im neuen Parteiprogramm der SPD gute Ansätze sieht, „das wird nicht allein mit Worten gehen, nur durch Taten.“

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  • 02.03.2021
    6 MB
    06:15
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    Nachlese zum TV-Duell Kretschmann-Eisenmann

    Im TV-Duell zur Landtagswahl Baden-Württemberg traf ein routinierter Landesvater Winfried Kretschmann auf CDU-Herausforderin Susanne Eisenmann, die sich angriffslustig zeigte, ohne zu stark in die Offensive zu gehen. „Sie hat da schon die richtige Dosierung gefunden“, urteilt der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider in SWR2.

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  • 01.03.2021
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    07:36
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    „Die katholische Kirche kann sich selbst nicht reformieren“ – Das System Ratzinger und der sexuelle Missbrauch

    Es gebe in der der katholischen Kirche ein uraltes Vertuschungssystem, das Joseph Ratzinger vorgefunden hat, sagt die Theologin Doris Reisinger: „Ratzinger hat dieses System allerdings weiterentwickelt, so dass man heute tatsächlich vom System Ratzinger sprechen kann“. Das alte Vertuschungssystem bestehe aus einem Kleriker-zentrierten Kirchenrecht, in dem Opfer de facto keine Rechte haben. Ratzinger habe dem ein „unglaublich naives Kirchen- und Menschenbild“ hinzugefügt. Aus einer Art Wunschdenken heraus habe er sein naives Kirchenbild über das alte Vertuschungssystem „gegossen“. Anstatt rechtlich funktionierende Maßnahmen gegen den systematischen sexuellen Missbrauch zu ergreifen, habe er beispielweise die irischen Katholiken zum Fasten und Beichten aufgerufen. Es gebe ein erstaunlich starkes innerkirchliches Narrativ, dass Joseph Ratzinger als einen „stillen Helden im Kampf gegen Missbrauch“ sehe. Das sei jedoch ein Mythos und müsse entlarvt werden, meint Doris Reisinger. Doris Reisingers hat zusammen mit dem Regisseur Christoph Röhl das Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben, sie selbst war Mitglied einer fundamentalistischen katholischen Gruppe, nun schreibt sie Bücher und veröffentlicht zu Missbrauch in der katholischen Kirche, 2019 erschien ihr Buch „Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“, 2014 „Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“.

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  • 01.03.2021
    5 MB
    06:07
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    Neue WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala – Glaubwürdig für eine gerechtere Globalisierung

    Unter Donald Trump hatten die USA ihre Wahl noch blockiert, jetzt wird die nigerianische Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala zur neuen Chefin der Welthandelsorganisation WTO. Erstmals eine Frau an der Spitze der WTO sei ein Durchbruch, sagt der Journalist Andreas Zumach, Experte für internationale Organisationen. Okonjo-Iweale komme zwar aus dem globalen Süden, habe ihre wesentlichen Karriere-Schritte aber im Norden und in nördlichen Organisationen wie der Weltbank gemacht, neben ihrer sehr erfolgreichen Arbeit als Finanz- und Außenministerin ihres Heimatlandes Nigeria. Aufgrund ihrer Vorgeschichte sei Okonjo-Iweale glaubwürdig, für eine gerechtere Globalisierung zu stehen. Allerdings würde die WTO im Wesentlichen von den objektiven Interessengegensätzen zwischen den reichen Industriestaaten des Nordens und dem globalen Süden geprägt. Die Entscheidungen träfen weiterhin die Mitgliedstaaten der WTO, so Andreas Zumach. Ein zentrales Thema der Amtszeit der neuen WTO-Chefin seien die Patente auf Corona-Impfstoffe. Die WTO könne die Patente der großen westlichen Pharmakonzerne auf Corona-Impfstoffe aussetzen, damit auf der ganzen Welt Impfstoffe in ausreichender Menge hergestellt werden können. Dagegen gebe es aber nach wie vor den Widerstand der Industriestaaten, auch den Widerstand der Bundesregierung.

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  • 27.02.2021
    8 MB
    08:35
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    Neue Führung, alte Debatten? Auf ihrem Parteitag wählt „Die Linke“ ein neues Führungs-Duo

    Das Duo Rixinger/ Kipping habe die Partei deutlich stärker verändert, als man das bei Amtsantritt 2012 erwarten konnte, sagt Thorsten Holzhauser in SWR2 am Morgen. Holzhauser ist Historiker bei der „Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus“ in Stuttgart und er hat in seiner Doktorarbeit die Frage der Integration der SED-Nachfolgepartei PDS in das Parteiensystem der Bundesrepublik untersucht. „Sie ist deutlich westlicher gewordener, sie ist urbaner und auch jünger geworden“. Bei ihrem Online-Parteitag will die „LINKE“ den Wechsel an der Parteispitze vollenden. Dass hier mit den beiden Kandidatinnen Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler ein weiteres Ost-West-Duo das Vorgänger-Ost-West-Duo Katja Kipping und Bernd Riexinger ablöse, sei schon klug, um die beiden Teile Deutschland einzubeziehen, die ja auch auf die Entwicklung der Partei einen Einfluss gehabt hätten. „Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass diese Ost-West-Unterschiede in der jüngeren Generation etwas weniger wichtig geworden sind“, so Holzhauser. Während Hennig-Wellsow die LINKE in die Regierungsverantwortung drängt, warnt Wissler davor und möchte vor allem den Kitt zu den sozialen Bewegungen nicht verlieren. „Wie dieses neue Gespann letztlich harmoniert, wie man zusammen findet und in der strategisch wichtigen Frage eine gemeinsame Position entwickeln kann, das bleibt erstmal abzuwarten“, meint Holzhauser.

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  • 23.02.2021
    6 MB
    06:43
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    Durchwachsene Bilanz der „Wohnraumoffensive“: Mietpreisbremse lässt Mieten nicht dauerhaft sinken

    „Die Mietpreisbremse führt nicht dazu, dass die Mieten auf Dauer sinken“, sagt Elke Pahl-Weber, Professorin für Stadtplanung an der TU Berlin, zur ausstehenden Bilanz der Bundesregierung aus der 2018 gestarteten „Wohnraumoffensive“. Sobald es ein Verfassungsurteil gebe, würden die Mieten wieder steigen. Stattdessen fordert Pahl-Weber mehr sozialen Wohnungsbau — um den zu verwirklichen, müsste die öffentliche Hand besonders an den Bodenpreisen ansetzen. Diese seien zwischen 2010 und 2018 um rund 65 Prozent gestiegen „und das macht einfach einen ganz großen Anteil an der Miete aus.“ Im Gespräch mit SWR2 fordert sie, dass Kommunen mehr Flächen zur Verfügung stellen. Mit Modellen wie der Erbpacht ginge das sogar ohne große Kosten für die öffentliche Hand, so Pahl-Weber.

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  • 23.02.2021
    6 MB
    06:14
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    Apotheken als Schnelltestzentren: Der richtige Weg aus dem Lockdown?

    Apotheken zu Schnelltestzentren umzubauen sei „natürlich eine Herausforderung“, sagt Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg — aber „als Apothekerschaft sehen wir den Weg als den richtigen“. Ein Regierungsbeschluss hat Mitte Febraur angekündigt, vier Millionen zusätzliche Corona-Schnelltests bereitzustellen, außerdem werden seit dem 22. Februar 2021 in Baden-Württemberg Lehrerinnen und Lehrer, Kita- und Pflegepersonal flächendeckend getestet und in naher Zukunft sollen noch mehr Menschen dazu kommen.

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  • 22.02.2021
    7 MB
    07:26
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    Jochen Flasbarth (Staatssekretär Bundesumweltministerium): „Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen ist ein wichtiges Signal“

    „Der sichtbarste Erfolg ist derzeitig, dass wir im Klimaschutz doch sehr gut vorankommen, was die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens angeht“, sagt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit, anlässlich des 5. UN-Umweltkonferenz UNEA, die 2021 virtuell stattfindet.

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  • 22.02.2021
    6 MB
    06:28
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    Freude überwiegt die Sorge: Grundschulen gehen wieder in den Regelbetrieb

    „Für uns vom Landeselternbeirat ist es nicht nachvollziehbar, dass man sich darum nicht gekümmert hat“, sagt Cornelia Neumer vom Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz zu fehlenden Abluftanlagen in Schulen. Die Elternschaft wäre sehr erleichtert, wenn etwa die vom Max-Planck-Institut vorgeschlagenen Lüftungsanlagen im Öffnungskonzept berücksichtigt worden wären. Die Überlegung, das Lehrpersonal und Kitabeschäftigte früher zu impfen sei aber auf jeden Fall „ein Schritt in die richtige Richtung“, so Neumer. In vielen Bundesländern starten die Grundschule am 22. Februar 2021 wieder in den Regelbetrieb — der erste Teil der Corona-Lockerungsmaßnahmen. Die jeweiligen Bildungsministerien haben in den vergangenen Wochen die Sicherheits-Vorkehrungen festgelegt: Es herrscht Maskenpflicht, es soll regelmäßige Lüftungspausen und — wo nötig — den Einsatz von Lüftungsfiltern geben.

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  • 19.02.2021
    6 MB
    07:01
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    1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Zeichen setzen für mehr Miteinander

    Mit dem Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wolle man zeigen, dass Juden in Deutschland Teil der Gesellschaft sind und dass sie hier auch eine Zukunft haben, sagt Rita Althausen, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mannheim in SWR2. Zudem wolle man ein Zeichen setzen gegen den sich ausbreitenden Antisemitismus: „Wir können immer nur appellieren an die Gesellschaft, dass sie aufsteht gegen diese Strömungen und dass sie sieht, was das Judentum zu bieten hat — nicht nur die Shoah, sondern so viel in Literatur, Kultur, Philosophie“.

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  • 19.02.2021
    6 MB
    06:26
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    Anne Jung zur ungerechten globalen Impfstoff-Verteilung: „Das ist ein Skandal“

    „Völlig unausgewogen und unfair“, so hat UN-Generalsekretär Guterres die Verteilung von Corona-Impfstoffen auf der Welt genannt. Ein Beispiel: demnächst erwartet die panafrikanische Gesundheitsbehörde eine Million Impfstoff-Dosen, die dann auf 20 Länder verteilt werden müssen. Die EU hingegen hat vor Kurzem noch mal nachbestellt: 300 Millionen Dosen. Auch bei den Kosten ist „die Welt auf den Kopf gestellt“, sagt Anne Jung von der Hilfsorganisation Medico International im Gespräch mit SWR2. „Südafrika zum Beispiel zahlt für den AstraZeneca zweimal so viel wie wir hier in Europa“. Jung begründet dieses Ungleichgewicht auch mit der Schwäche von internationalen Organisationen wie der WHO. Medico International setzt sich dafür ein, dass Pharma-Unternehmen die Corona-Impfstoffe lizensieren, damit sie an verschiedenen Orten der Welt hergestellt werden können. „Das ist ein Skandal, weil die Pharma-Industrie Milliarden bekommen hat für die Entwicklung des Impfstoffs, es geht nicht darum, der Pharma-Industrie das Geschäft kaputt zu machen. Sondern darum im Interesse der Menschheit den Impfstoff möglichst schnell für möglichst viele Menschen zu einem möglichst günstigen Preis herzustellen“, so Jung.

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  • 18.02.2021
    6 MB
    06:42
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    "Wir brauchen eine politischere NATO" - Erste NATO-Tagung mit neuer US-Regierung

    Unter Donald Trump schien die NATO auf dem absteigenden Ast. Doch unter dem neuen Präsidenten Biden macht sich auch das atlantische Bündnis Hoffnung, wieder mehr beachtet zu werden. Bei der ersten - virtuellen - Tagung der NATO-Verteidigungsminister wartet die 'community' der Sicherheits- und Militärexperten auf das, was der neue Verteidigungsminister Bidens, der Ex-General Lloyd Austin, zu sagen hat. Für die NATO sei das in der Tat "einen Neuanfang", sagt Johannes Varwick, Politikwissenschaftler an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. Ob das allerdings für alle umstrittenen Frage gelte, sei "noch nicht ausgemacht". Über den Abzug der NATO aus Afghanistan werde jetzt intensiv verhandelt. Die Zeichen wiesen aber eher darauf hin, dass das westliche Bündnis noch eine Weile dort bleiben werde. Wenn die Taliban wie jetzt wieder Terror im Land verbreiten, könnten die NATO gar nicht anders. Bei der Lastenteilung innerhalb des Bündnisses sei es am Wichtigsten, dass die Europäer endlich eine gemeinsame Linie in der Sicherheitspolitik finden. Das sei noch wichtiger als mehr Geld auszugeben, meint Johannes Varwick. "Wir brauchen eine politischerer NATO, die die einzelnen Staaten nicht so sehr ihre eigenen Süppchen kochen lässt."

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  • 17.02.2021
    4 MB
    04:59
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    Politikwissenschaftler Weigl zum Politischen Aschermittwoch im Lockdown: Studioproduktion mit CDU-Stargast

    So wie wir den politischen Aschermittwoch von der CSU kennen, so könne er dieses Jahr nicht funktionieren, sagt in SWR2 der Politikwissenschaftler Michael Weigl: „Der politische Aschermittwoch funktioniert ja gerade dadurch, dass die Getreuesten der Partei im Publikum sitzen und ihre Zustimmung zum Ausdruck geben. All das wird nicht da sein“. Das alljährliche Spektakel aus populistischen Reden und Bierdunst muss in diesem Jahr einer „Studioproduktion“ weichen, ohne Publikum vor Ort. Damit wird dieser Aschermittwoch zu einer „doppelten Premiere“: Die CSU hat den neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet als Stargast eingeladen. Eine Seltenheit seien Gäste beim politischen Aschermittwoch, so Weigl, gerade Gäste aus der CDU: „Das ist der Tag, an dem sich der Parteivorsitzende, also Markus Söder, inszenieren kann“. Jetzt wolle man im Vorfeld der Bundestagwahl ein Bild der Geschlossenheit rausbringen und zeigen, dass die Zeiten, in denen sich CDU und CSU gestritten haben, vorbei seien. Michael Weigl ist Politikwissenschaftler und akademischer Beamter an der Universität Passau. Zuvor war er Assistent von Werner Weidenfeld und leitete die Forschungsgruppe Deutschland am Centrum für angewandte Politikforschung in München.

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  • 16.02.2021
    7 MB
    07:24
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    Inklusionsaktivist Raul Krauthausen: Menschen mit Behinderung früher impfen!

    Der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen fordert, Menschen mit Behinderung gegen das Corona-Virus früher zu impfen. Das gelte gerade für Menschen, die zu Hause lebten und ambulant versorgt würden. Bei ihnen mache sich derzeit der Eindruck breit, dass sie der Bundesregierung „eher lästig“ seien, als sie wirklich schützen zu wollen, so Krauthausen in SWR2. Ähnliches gelte für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen oder für Eltern behinderter Kinder. Auch sie alle müssten mit Masken und Testmöglichkeiten versorgt, aber auch bei der Impfung priorisiert werden. Schon bei der Verabschiedung des Intensivpflege-Stärkungsgesetz habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Menschen, die zu Hause beatmet werden müssen, dazu in Heime schicken wollen. Der Gedanke, dass behinderte Menschen vor allem in Betreuungseinrichtungen lebten, passe dabei nicht ins 21. Jahrhundert, sagt Krauthausen: „Inklusion meint genau das Gegenteil, nämlich dass alle Menschen ein Recht darauf haben, ihre Wohnform selbst zu bestimmen und sie eben nicht in Heime zu bringen.“ Je länger die Ungewissheit andauere, desto mehr vergrößere sich das Risiko gerade für die besonders vulnerablen Menschen in der Bevölkerung. „Meine Lunge ist relativ klein“, sagt Krauthausen, eine Lungenentzündung zu bekommen, sei für ihn „nicht gerade optimal“. In solchen Fällen der Priorisierung werde zu oft nach Datenlage und nicht aufgrund der persönlichen Erfahrungen behandelnder Ärztinnen und Ärzte entschieden. Schon deshalb setze er sich für viele Menschen mit Behinderung ein, „die eine höhere Priorisierung verdient haben“. Über ein Ende des Lockdowns zu reden, hält Raul Krauthausen angesichts der Einschätzungen von Virolog*innen zur Verbreitung der Virus-Mutanten für einen „Irrsinn“. Wenn das Virus wieder außer Kontrolle gerate, bedeute das für Menschen mit Behinderung wie ihn, weiterhin wie seit März vergangenen Jahres in Selbstisolation zu leben. Raul Krauthausen: „Ich fühle mich in meiner Freiheit jetzt nicht eingeschränkt, weil der Staat etwas verbietet, sondern ich fühle mich in meiner Freiheit eingeschränkt, weil der Staat nicht in der Lage ist, die Impfungen und Schutzmaßnahmen den Bürgern zugute kommen zu lassen, die sie benötigen.“ Der Aktivist Ralf Krauthausen setzt sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein. 2014 erschien sein Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden. Das Leben aus der Rollstuhlperspektive".

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  • 16.02.2021
    6 MB
    06:28
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    Helmut Baur, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, zum Wirtschaftsgipfel in Berlin: „Wir brauchen eine Perspektive“

    „Die Situation ist für viele Unternehmen sehr dramatisch“, sagt Dr. Helmut Baur, Geschäftsführer der Binder-Optik GmbH in Böblingen und Vorstand im Bundesverband für die mittelständische Wirtschaft, in SWR2 am Morgen. „Es ist natürlich auch unterschiedlich in den einzelnen Branchen. Bekleidung, Textilien, da sehen Sie 45 % der Unternehmer vor dem Aus. Schuhe, Lederwaren ist genauso katastrophal, Sportartikel: 50% der Unternehmen sehen sich vor der Insolvenz gestellt, Spielwaren: 33%. Also das sind Zahlen, die lassen einen wirklich erschaudern“. Auch Kleinunternehmen hätten alle große Existenzängste. Die Corona-Hilfsprogramme der Bundesregierung würden in keiner Weise ausreichen, seien auch viel zu bürokratisch, kämen oft erst nach Wochen oder Monaten an und dadurch sei die Zahlungsfähigkeit der Unternehmer stark gefährdet. Baur befürchtet zahlreiche Insolvenzen und damit auch die Arbeitslosigkeit vieler in mittelständischen Betrieben beschäftigter Menschen. Und der Unternehmer bedauert sehr, dass Kanzlerin Merkel bei dem Wirtschaftsgipfel nicht teilnimmt. Sie habe leider bisher wenig Interesse an der Wirtschaft gezeigt. Dabei sei jetzt eine verbindliche Perspektive für die Wirtschaft ganz wichtig. Als Reaktion auf große Kritik hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier für heute mehr als 40 Verbände zu einem Wirtschaftsgipfel nach Berlin eingeladen.

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  • 16.02.2021
    7 MB
    07:37
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    Wie geht Stimmenfang im Netz? In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg beginnt der digitale Wahlkampf

    Am Aschermittwoch starten die Landtagswahlkämpfe in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Doch wegen Corona wird es keine Kundgebungen, keine Info-Stände und kein Klinkenputzen an der Haustür geben. Der Wahlkampf wird größtenteils digital stattfinden, mit Streamings und Podcast-Serien der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten. Die Parteien stelle das vor ganz neue Herausforderungen, sagt die Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele in SWR2.

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  • 15.02.2021
    6 MB
    06:44
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    Manuel Andrack zu Karneval im Lockdown: "Das hat sehr viel Kreativität hervorgebracht"

    Der Journalist und Blogger Manuel Andrack hat die närrische „Session“ 2019/2020 zu einem Selbstversuch genutzt: Er tourte durch alle närrischen Hochburgen und schrieb das Buch „Mein Jahr als Narr“. „Ich war sehr oft in Rottweil - und da hinter die Kulissen zu gucken. Da krieg' ich noch beim Erzählen Gänsehaut“, berichtet der gebürtige Kölner im Gespräch mit SWR2. Die Fastnachts-Zeit heiße nicht umsonst fünfte Jahreszeit: „Das gehört dazu. Gerade in der Pandemie wird klar, wie nötig so ein Ventil ist“. Sein Buch habe ihn nach jahrelanger Karnevals-Abstinenz dazu gebracht, die „heimliche Seele“ der närrischen Zeit wieder zu entdecken. Seine Prognose, dass sich die Narren auch von CoVid-19 nicht unterkriegen lassen werden, sieht Andrack bestätigt: „Das hat sehr viel Kreativität hervorgebracht“. Beispiel sei die Darstellung des Kölner Rosenmontagszugs als Puppentheater. Aber, so Andrack, die Einschränkungen des Narren-Daseins könnten so nicht bleiben: „Ich bin ein bisschen skeptisch, ob das schon 2022 passiert. Aber für 2023: Feuer frei“. Manuel Andrack ist in der breiten Öffentlichkeit als langjähriger 'Sidekick' von Harald Schmidt bekannt geworden. Danach hat er sich als Autor von Wanderbüchern und Gastgeber von Fernseh-Formaten etabliert. Sein Buch „Mein Jahr als Narr. Dem Geheimnis von Karneval, Fasching und Fastnacht auf der Spur“ erschien im Sommer 2020 bei dtv.

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  • 11.02.2021
    7 MB
    08:00
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    Mediziner Matthias Schrappe: „Lockdown ist Befürchtungspolitik“

    Die Covid-19-Pandemie, in der zahllose Personen symptomlos infiziert seien, lasse sich nicht „durch einen Lockdown aussitzen“, kritisierte der Kölner Arzt und ehemalige Berater des Bundes in Gesundheitsfragen, Prof. Dr. Matthias Schrappe in SWR2. Stattdessen brauche die Pandemie-Bekämpfung ein „zweites Standbein“. Alte und besonders gefährdete Menschen müssten besser geschützt werden. Die Sterblichkeitsrate habe sich trotz „Lockdowns aller“ signifikant erhöht. „Die, um die es geht, werden nicht geschützt“, so Schrappe. Ein hundertprozentiger Schutz werde allerdings nie zu erreichen sein. „Wir müssen uns auf ein Leben mit dieser Infektion einstellen“, forderte der Mediziner. Man müsse deshalb auch Risiken eingehen und zum Beispiel die Kinder wieder in Kindergärten und Schulen schicken.

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  • 10.02.2021
    7 MB
    07:36
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    Im Kreuzfeuer der Ansichten: Vor dem Merkel-MP-Gipfel in Sachen Corona-Lockdown

    „Im Grunde genommen geht es mir wieder so, wie es mir vor einem Jahr gegangen ist: In mancherlei Hinsicht bin ich sehr dankbar, dass ich nicht diejenige bin, die Entscheidungen zu treffen hat", sagt die taz-Journalistin Bettina Gaus in SWR2. Einerseits sei es so, dass man natürlich das Risiko minimieren würde, wenn man alle Leute auffordert, monatelang zu Hause zu bleiben. Auf der anderen Seite findet Gaus: „Sollten wir versuchen, das Risiko komplett auf Null herunterzufahren, würde die Gesellschaft und die Wirtschaft das nicht überleben“. Seitens der Politik bedürfe es jetzt einer Perspektive und nicht allein der Aufforderung „Haltet durch“. Gerade Merkel als Regierungschefin sollte versuchen, nach Gründen zu suchen, die Zuversicht verbreiten, wünscht sich Bettina Gaus.

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  • 09.02.2021
    7 MB
    07:03
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    Zweites Trump-Impeachment: Republikaner im Bann des Ex-Präsidenten

    Es werde voraussichtlich auch beim zweiten Impeachment-Prozess gegen Donald Trump nicht zu einer Verurteilung des ehemaligen US-Präsidenten kommen, schätzt der Tübinger Professor Michael Butter. „Dennoch ist das Verfahren aus Sicht der Demokraten nicht sinnlos“, zum einen seien die Abgeordneten durch den „Sturm“ von Trump-Anhängern auf das Kapitol am 6. Januar 2021 tatsächlich bedroht gewesen – zum anderen aber gehe es auch darum, die republikanischen Senatoren zu einer klaren Positionierung zu zwingen. Nach wie vor sei der Rückhalt für Donald Trump in seiner Partei sehr groß: „Die Partei ist innerlich extrem zerrissen, da gibt es die traditionellen Republikaner, die gern zur Vor-Trump-Zeit zurückkehren wollen und es gibt diejenigen, die erkannt haben, dass der Trumpismus ein Erfolgsmodell sein kann.“ Professor Michael Butter lehrt Amerikanistik an der Universität Tübingen, er ist Autor des Buchs „Nichts ist, wie es scheint - Über Verschwörungstheorien“, erschienen bei Suhrkamp.

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  • 08.02.2021
    7 MB
    08:07
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    Österreichs Corona-Strategie: Wo Umfragewerte Führung ersetzen

    „Der Rat aller Epidemiologen war, so auf jeden Fall jetzt nicht zu öffnen in dieser heiklen Phase mit den neuen Mutationen, die sich schon massiv ausbreiten“, sagt der Journalist Robert Misik zu den neuen Lockdown-Lockerungen in Österreich. Geschäfte können wieder öffnen und Schulen beginnen teilweise im Schichtbetrieb wieder mit Präsenzunterricht. Zur Begründung gibt Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an: Die Bevölkerung folgt den Beschränkungen nicht mehr.

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  • 06.02.2021
    7 MB
    08:08
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    Rechtsextremes Weltbild weit verbreitet: Beobachtung durch Verfassungsschutz überschattet Wahlkampf-Pläne

    Dass die Partei verfassungsrechtliche Problemfälle in den eigenen Reihen habe, wird in der AfD unterschiedlich gesehen, meint Kilian Pfeffer, AfD-Experte im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, im Gespräch in SWR2 Journal am Morgen. „Es gibt eben sehr unterschiedliche Lager. Wenn sie das Lager um Bundessprecher Jörg Meuthen fragen, das bestreitet diese Problemfälle weniger. Wenn sie aber in die Landesverbände, besonders im Osten schauen, dann sieht das deutlich anders aus. Da will man die in Teilen rechtsextremistische Ausrichtung nicht wahrnehmen, denn diese Handreichung zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus hat die Partei ja im Osten sehr, sehr erfolgreich gemacht“, so Pfeffer. Im Osten sei die rechtsextremistische Ausrichtung also deutlich stärker, während es im Westen einen permanenten Kampf um die Vorherrschaft gäbe. Der Hype um die Partei mit zum Teil 17 % Wählerstimmen sei inzwischen zwar vorbei, aber der harte Kern ist geblieben. Und der lässt sich auch durch Skandale wie Parteispenden, Rechtsextremismus, Verbreitung falscher Nachrichten usw. keinesfalls beirren. „In einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung von Anfang der Woche hat sich herausgestellt, dass mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler der AfD ein geschlossenes, oder teilweise rechtsextremes Weltbild vertreten“. Sollte die AfD im Ganzen als verfassungsfeindlich eingestuft werden, könnte sie das Wählerstimmen kosten. „Das wäre ein eindeutiger Makel, zumindest im Westen, weniger im Osten“, so Pfeffer. In Sachsen will der dortige Landesverband der AfD heute seine Kandidatenliste für den Bundestag wählen. Eigentlich eine Formalie, wenn nicht diese Woche bekannt geworden wäre, dass die Sachsen-AfD als Beobachtungsfall für den Verfassungsschutz eingestuft werden soll, weil sie verfassungsfeindliche Ziele vertritt. Insgesamt handelt es sich um den vierten Landesverband der AfD unter behördlicher Beobachtung.

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  • 05.02.2021
    5 MB
    06:01
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    Volker Lipp zur Ethikrat-Absage von Sonderrechten für Geimpfte: "Wir sind in einer Zwischenphase"

    Wegen „der noch nicht verlässlich abschätzbaren Infektiosität“ der Geimpften könne es „keine individuelle Rücknahme staatlicher Freiheitsbeschränkungen“ geben – so der Wortlaut der vierseitigen Ad-hoc-Empfehlung, die die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen veröffentlicht haben. Im Gespräch mit SWR2 am Morgen begründet der stellvertretende Vorsitzende des Ethikrates, Professor Volker Lipp dies so: „Wir sind in einer Zwischenphase, in der nicht alle geimpft sind, die gerne geimpft werden möchten“.

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  • 04.02.2021
    5 MB
    06:05
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    Russland und die Nawalny-Proteste: Großvater Putin entgleiten die sozialen Medien

    Vor allem die Härte sei „bemerkenswert“, mit der gegen Demonstrant*innen und Journalist*innen vorgegangen werde, sagt die Russland-Expertin Golineh Atai zum Vorgehen der russischen Polizei bei den jüngsten Protesten gegen die Verhaftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Es seien auch Journalist*innen verhaftet oder in ihrer Arbeit behindert worden: „Die unabhängige Journalistengewerkschaft spricht von 180 Vergehen gegen Journalisten“, berichtet Atai.

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  • 03.02.2021
    6 MB
    06:48
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    Internationaler Gerichtshof urteilt zu US-Iran-Sanktionen: Für Teheran zählt der Machterhalt

    „Es könnte in der Tat zur Gesprächsaufnahme führen“, hofft die Iran-Expertin Katajun Amirpur auf eine Anerkennung des Urteils vom Internationalen Gerichtshof durch die USA, zur Rechtmäßigkeit der US-Sanktionen gegen Iran. Derzeit kann das Mullah-Regime keine humanitären Hilfslieferungen mehr importieren und habe keinen Zugriff mehr auf große Teile seiner Erdöleinnahmen.

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  • 02.02.2021
    7 MB
    07:20
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    Klagewelle gegen die Corona-Einschränkungen: Das Wort „verfassungswidrig“ macht nervös

    Wann ist eine Einschränkung durch eine Pandemie-Maßnahme „verfassungswidrig“? Der Journalist und Gründer von „Verfassungsblog.de“, Maximilian Steinbeis, warnt vor einem inflationären Gebrauch des Begriffs. Und davor, dass Jurist*innen sich von Medien als „Stichwortgeber“ für diverse Ansichten hergeben. Die Auseinandersetzung müsse vor den Gerichten geführt werden.Steinbeis, der seit 1996 über juristische Themen schreibt, zieht Parallelen zur Migrationskrise, in der die Formel von der „Herrschaft des Unrechts“ fast zum Abbiegen der Republik in einen rechten Populismus geführt hätte. Damals hätten „Stichwortgeber“ aus der Verfassungsrechtswissenschaft das Narrativ von einer „Herrschaft des Unrechts“ geschaffen, das sehr viel Unheil gestiftet und sich im Nachhinein als haltlos herausgestellt habe.

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  • 01.02.2021
    6 MB
    06:39
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    Baden-württembergischer Gemeindetag: Corona drückt auf Gemeinde-Finanzen

    Die Gemeinden in Baden-Württemberg befürchten heftige Finanzprobleme aufgrund der Corona-Pandemie: Im Gespräch mit SWR2 äußert sich der neue Gemeindetagspräsident Steffen Jäger skeptisch, ob die Rücklagen der Kommunen ausreichen, um die finanziellen Ausfälle durch weniger Steuereinnahmen auszugleichen. „Wir hatten in den letzten zehn Jahren eine stabile Einnahme-Situation“, so Jäger. Doch liege das Minus der Einnahmen nach der jüngsten Steuerschätzung bereits bei 9 Milliarden Euro.

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  • 01.02.2021
    7 MB
    07:28
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    Großdemos der Nawalny-Fans in Russland: „Das System Putin hat Panik“

    Direkt vor dem Hauptsitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, der berüchtigten „Ljubljanka“ in Moskau und in über 100 russischen Städten fanden am Sonntag Demonstrationen der Anhänger von Alexej Nawalny statt. „Das System Putin hat Panik“, stellt der Russland-Experte Manfred Sapper zu den Bildern, die um die Welt gingen, fest. Die Gewaltszenen und in Tausenden Festnahmen richteten sich nicht gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten, analysiert Sapper, der in Berlin als Chefredakteur der Fachzeitschrift „Osteuropa“ arbeitet: „Sie sind ein Signal: Wir müssen jetzt die Reihen schließen.“

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  • 30.01.2021
    7 MB
    07:37
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    Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Regierende als „Krisenmanager“ im Vorteil

    Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten es die Parteien schwerer als gewöhnlich, eigene Themen neben Corona auf die Agenda zu setzen, sagt der Politikberater Johannes Hillje in SWR2. Dabei habe die Pandemie viele Schwächen der Gesellschaft, z.B. in der Bildungspolitik, offengelegt. Es sei eigentlich wünschenswert, dass die beim Wahlkampf eine Rolle spielten, so Hillje. Dass mehr Menschen die Briefwahl nutzten, verändere auch den Zeitplan im Wahlkampf. Wähler müssten über mehrere Wochen hinweg mobilisiert werden, da man nicht wisse, wann der Einzelne seine Stimme abgibt. Dabei könne der Wahlkampf im Netz persönliche Gespräche nicht kompensieren. Deshalb, so empfiehlt Hillje, sollten Politiker wie in den USA telefonisch um Stimmen werben. Insgesamt aber profitierten gerade vor allem die Regierungsparteien, also die, die für das Krisenmanagement zuständig sind. Am Wochenende finden in Rheinland-Pfalz der Landtagsparteitag der SPD und in Baden-Württemberg der Landtagsparteitag der CDU statt, beide als virtuelle Veranstaltungen.

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  • 28.01.2021
    6 MB
    06:30
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    Zum Urteil im Mordfall Walter Lübcke: Kommunalpolitiker von rechter Gewalt besonders gefährdet

    Im rechtsextremistischen Mordfall am Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vom 2. Juni 2019 hat das Frankfurter Oberlandesgericht nun entschieden: Der Hauptangeklagte muss lebenslang in Haft, mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Das Urteil sei abschreckend, mache den Täter in der rechtsextremen Szene aber auch zum Märtyrer, sagt Rechtsextremismusforscher Hans-Gerd Jaschke.

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  • 26.01.2021
    7 MB
    07:45
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    Joe Biden und Europa: Neuer Schwung fürs alte Bündnis

    Der neue US-Präsident will vieles, was unter Donald Trump mutwillig zerstört wurde wieder ins Lot bringen – darunter auch das Verhältnis zu Europa. Joe Biden gelte zwar als Internationalist und als Atlantiker, trotzdem müssten auch die Europäer*innen nun mehr tun als abwarten, meint David Deißner, Geschäftsführer des Vereins „Atlantikbrücke“: „Wir warnen davor, in Ambitionslosigkeit zu verfallen.“ Deißner gehört zu einer Gruppe deutscher USA-Expert*innen, die zur Amtsübernahme Bidens eine Denkschrift mit dem Titel „Transatlantisch? Traut Euch!" verfasst, in dem der Bundesregierung – und ihren Partner*innen in der NATO – empfohlen wird, gemeinsame Initiativen anzupacken, um dem transatlantischen Verhältnis wieder mehr Schwung zu verleihen.

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  • 23.01.2021
    7 MB
    07:17
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    Biden und der Iran: Wie der neue US-Präsident das Verhältnis zu Teheran gestalten kann

    Auch wenn der neuen US-Präsident Joe Biden möglichst bald zum Atomdeal mit dem Iran zurückkehren will, ist das nicht einfach, da viele der Sanktionen durch Beschlüsse des US-Kongresses zustande gekommen sind, die nicht einfach revidierbar sind, sagt der Nahostexperte Wilfried Buchta. Dass der Iran mit der Anreicherung von Uran auf bis zu 20 % begonnen hat, wertet Buchta als Erpressung: Iran baut damit eine Drohkulisse auf. Damit will das Land den Westen zwingen, die harten Wirtschaftssanktionen aufzuheben und die im Ausland eingefrorenen iranischen Devisenguthaben wieder zugänglich zu machen. Es wird für Biden schwierig, das Atomabkommen wieder in Gang zu setzen, da Widerstand von Israel, den Arabischen Staaten und den Republikanern zu erwarten ist.

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  • 22.01.2021
    6 MB
    06:49
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    Öffnungen der Kreisimpfzentren: Geht besser voran als gedacht

    Trotz aller Kritik von außen zeigt sich Bernd Kühlmuß, Kreisverbandsarzt des Deutschen Roten Kreuz in Ulm, in SWR2 dem bisherigen Verlauf der Impfungen in Baden-Württemberg zufrieden. Bisher konnten viele Risikopatienten in den Altersheimen geimpft werden. Bis Mitte Februar rechnet er mit einer „Durchimpfung“ dieser betroffenen Personen.

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  • 21.01.2021
    6 MB
    06:37
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    Corona-Gipfel der EU: Das Virus kennt keine Grenzen

    Vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs warnen verschiedene Politiker*innen davor, dass die europäischen Staaten wieder auf nationale Maßnahmen, wie zum Beispiel Grenzschließungen setzen. Für die Wissenschaftlerin Maike Voss geht der Kampf gegen Covid-19 sogar über die Grenzen Europas hinaus: „Seit Beginn der Krise liefert die Wissenschaft Beweise dafür, dass diese Krise nur überwunden werden kann, wenn global solidarisch gehandelt wird.“

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  • 20.01.2021
    7 MB
    07:27
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    Wolfgang Ischinger: Joe Biden ist ein Freund der Europäer

    Die Erwartungen sind hoch an den neuen US-Präsidenten Joe Biden, auch was eine Verbesserung der transatlantischen Beziehungen betrifft. „Joe Biden ist ein sympathischer und umgänglicher Politiker-Typ, der bereits seit über 40 Jahren in der Außenpolitik aktiv ist“, sagt Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Er habe bereits die handelnden Personen in der Zeit des Kalten Krieges gekannt und kenne auch die heutigen Akteure. Ein vertrauensvoller Umgang werde mit Joe Biden daher möglich sein. Dennoch müssten die Europäer nun verantwortlich mit ihren euphorischen Erwartungen umgehen. Auch Joe Biden wolle eine Außenpolitik für die amerikanische Mittelklasse, von der der normale amerikanische Bürger profitieren kann. Der Streit mit den USA um Verteidigungsausgaben und auch um Handelsfragen werde deshalb nicht lange auf sich warten lassen. Deshalb dürften sich die Europäer jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssten mit Angeboten auf die neue amerikanische Regierung zugehen, meint Wolfgang Ischinger.

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  • 19.01.2021
    7 MB
    07:28
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    Folgenreiche Trump-Ära: Aufwind für den weltweiten Rechtspopulismus

    Warum bezeichnet die AfD-Politikerin Beatrix von Storch Donald Trump als den eigentlichen Sieger der amerikanischen Präsidentschaftswahlen? Die rechte deutsche Politik, obwohl traditionell antiamerikanisch, habe in Trump immer einen Verbündeten gesehen, sagt der Rechtsextremismusforscher Volker Weiß in SWR2. Sowohl in Form als auch im Inhalt habe sie sich in den letzten Jahren amerikanisiert.

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  • 18.01.2021
    7 MB
    07:42
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    Herausforderung für CDU-Chef Laschet: Die „Affenliebe“ des neoliberalen Flügels für Friedrich Merz

    Die Wahl von Armin Laschet zum CDU-Vorsitzenden stärke die Wahrscheinlichkeit, dass CSU-Chef Markus Söder Kanzlerkandidat der Union wird – im Gespräch mit SWR2 weist der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke auf Laschets niedrige Umfragewerte im Zusammenhang mit dessen Corona-Politik hin und meint: „Von den enorm schlechten Werten wird er nicht wegkommen; er ist Vorsitzender geworden, aber er wird nicht Kanzlerkandidat werden“. Ob die bevorstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im März großen Einfluss auf die Entscheidung haben, bezweifelt Lucke, der Redakteur bei den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ ist. Den Auftritt des unterlegenen Kandidaten beim digitalen CDU-Parteitag am Samstag wertet Lucke als Fall von „Narzissmus“: „Allein die Vorstellung, man wird nach einer zweiten krachenden Niederlage Wirtschaftsminister ist grotesk.“

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  • 15.01.2021
    7 MB
    07:53
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    Journalist Bernd Ulrich zum bevorstehenden CDU-Bundesparteitag: "Die CDU steckt in einer tiefen Krise"

    Die CDU stecke in einer tiefen Krise, analysiert der Journalist Bernd Ulrich im Gespräch in SWR2. Bislang habe Kanzlerin Merkel in Wahlkämpfen immer versprochen, dass sich mit ihr und der CDU kaum etwas ändern werde. Aber die vielen aktuellen Krisen hätten diese Strategie unmöglich gemacht.

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  • 14.01.2021
    7 MB
    07:59
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    Maut-Debakel von Andreas Scheuer: „Das Vertrauen ist verspielt“

    Vermutlich 500 Millionen Euro hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in den Sand gesetzt, seine Umfragewerte sind im Keller - und dennoch bleibt er im Amt. Dass er im Amt bleibt, liege daran, dass die Koalition in ihren letzten Monaten ihre Stabilität erhalten wolle, meint Verkehrswissenschaftler Alexander Eisenkopf von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen in SWR2.

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  • 12.01.2021
    6 MB
    06:34
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    Im Gespräch mit Verschwörungsgläubigen: Fairness einfordern

    Man müsse grundsätzlich unterscheiden zwischen denen, die Verschwörungs-Mythen erfinden und auf großer Bühne propagieren und denen, die eine Neigung haben, an diese Mythen zu glauben, sagt Monika Betzler, Professorin für Praktische Philosophie und Ethik an der Universität München. Die Verschwörungserfinder hätten meist ein manifestes Eigeninteresse, mit ihren Verschwörungsmythen Geld zu verdienen oder sich wichtig zu machen. Die, die an Verschwörungsmythen glauben, seien hingegen meist Personen, deren situierte Perspektive häufig in unserer Gesellschaft zu wenig wahrgenommen würde und die aufgrund ihrer Perspektive ein Misstrauen gegen Eliten und Experten entwickelt hätten. Dieser zweiten Gruppe müsse man mehr zuhören, sagt Monika Betzler. Gleichzeitig müsse man diesen Menschen klar machen: Verschwörungsüberzeugungen richten gesellschaftlichen Schaden an, indem verleumdet und gehetzt und mitunter auch rassistisches Gedankengut verbreitet werde.

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  • 11.01.2021
    3 MB
    06:08
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    Der Demokratie-Clash von Washington: Über die Zukunft deutsch-amerikanischer Beziehungen

    Der Sturm auf das Kapitol hat nach Ansicht von Prof. Detlef Junker etwas zu tun mit der Ursünde Amerikas, mit dem Rassismus. „Es sind alles weiße Männer und Frauen gewesen, sie hatten die Kriegsflagge der Konföderierten mit den dreizehn Sternen“, sagt Junker, emer. Gründungsdirektor des Heidelberg Centers for American Studies, in SWR2 am Morgen. „Es ist ein Aufstand der weißen Mehrheit gegen eine zukünftig multikulturelle und multirassische Gesellschaft“. Darin läge die historische Kontinuität zwischen dem 19. Jahrhundert und heute. International und stark auch von deutscher Seite sei der Vertrauensverlust in die amerikanische Politik in den letzten Jahren erheblich gesunken. Aber wir seien auf die amerikanische Sicherheit und den amerikanischen Weltmarkt angewiesen. „Eine Abspaltung Europas oder Deutschlands von den USA wäre aus meiner Sicht eine weltpolitische Katastrophe, auch deshalb, weil die Europäer alleine es nicht schaffen“, so Junker.

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  • 07.01.2021
    7 MB
    07:18
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    Trump-Anhänger stürmen US-Kapitol: Putschversuch im Zentrum der Demokratie

    Wütende Trump-Anhänger stürmten am 6. Januar das Kapitol in Washington, um die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden zu verhindern. Amerikanische Bürgerinnen und Bürger hätten noch nie versucht, das Kapitol zu stürmen, sagt der Politikwissenschaftler Michael Werz in SWR2. Es sei ein regelrechter Putschversuch gewesen.

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  • 05.01.2021
    5 MB
    06:10
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    Letzter Fight von Donald Trump: Der Anruf in Georgia und die Saga vom Wahlbetrug

    Muss US-Präsident Donald Trump nach seinem Anruf beim Wahlleiter in Georgia juristische Konsequenzen fürchten? Zweifelsohne handle es sich um einen grenzwertigen Fall, so die Juristin und Politik-Expertin Constanze Stelzenmüller von der Denkfabrik Brookings Institution aus Washington, in SWR2. Letztlich entspreche es aber eher der amerikanischen Kultur, einen solchen Fall politisch statt juristisch abzuhandeln.

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  • 04.01.2021
    6 MB
    06:48
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    Welche Wahlen werden uns 2021 bewegen? Früher Auftakt im Südwesten

    2021 wird ein „Superwahljahr“ – mit dem Höhepunkt Ende September, wenn ein neuer Bundestag gewählt wird. Den Auftakt aber macht der Südwesten mit den Wahlen zu den Landesparlamenten in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg. Die Auffassung über die Signalwirkung dieser Landtagswahlen seien sehr unterschiedlich, meint Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, im Gespräch in SWR2 am Morgen.

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  • 30.12.2020
    5 MB
    06:06
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    Wie geht es weiter mit der europäischen Migrationspolitik?

    Die Corona-Pandemie sei nicht der Grund, dass die Situation von Geflüchteten weniger Aufmerksamkeit finde als in den Vorjahren, sagt der Migrationsexperte Jochen Oltmer in SWR2. Vielmehr sei die Zahl der Migrantinnen und Migranten durch Grenzsperrungen und Mobilitätsbeschränkungen weiter gesunken. Die Not der Menschen in Lagern wie Lipa in Bosnien oder Moria auf der griechischen Insel Lesbos zeige hingegen, dass Europa weiterhin keine koordinierte Migrationspolitik habe.

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  • 29.12.2020
    7 MB
    07:56
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    „Helden“ der Pandemie: Weshalb Virolog*innen 2020 wichtige Expert*innen wurden

    Seit einem dreiviertel Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt im Griff. Das führte auch dazu, dass Expert*innen für die Bekämpfung von Viren plötzlich sehr große mediale Aufmerksamkeit erfuhren, so in Deutschland der Berliner Virologe Christian Drosten. Die Kompetenz anderer medizinischer Fachleute dagegen fand erst später Gehör. „Um Seuchen zu erklären braucht es viele Experten," sagt der Medizinhistoriker Robert Jütte in SWR2 am Morgen. Jütte leitete von 1990 bis 2020 das Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart.

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  • 28.12.2020
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    06:02
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    Andauernde Demonstrationen gegen Lukaschenko: „Pattsituation“ in Belarus

    „Die Leute haben einfach die Schnauze voll nach 26 Jahren Diktatur“, erklärt Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift „Osteuropa“, im Gespräch mit SWR2 über die Lage in Belarus. Die Ignoranz der Corona-Situation, das Gebaren Lukaschenkos im Wahlkampf und offensichtliche Wahlfälschung hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. Derzeit seien wir in Weißrussland mit einer politischen Pattsituation konfrontiert, erklärt Manfred Sapper: „Weder können die oben ihre Gewalt durchsetzen, noch können die unten sich durchsetzen, weil die Opposition faktisch ins Ausland verdrängt wurde.“

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  • 23.12.2020
    6 MB
    07:04
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    Ein Jahr Corona: Wie China heute mit der Krise umgeht

    Vor einem Jahr gab es in Wuhan schon Menschen, die an Corona erkrankten – nur hatte das Virus damals noch nicht diesen Namen. Während eine zweite Welle der Krankheit gerade in Europa wütet, ist man in Wuhan selbst zur Normalität zurückgekehrt, berichtet SWR Korrespondent Steffen Wurzel.

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