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hr2 Der Tag

hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

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  • 04.03.2021
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    Bundesstaat mit Gliederschmerzen - Föderalismus in der Krise

    Man strebe eine bundeseinheitliche Lösung an, so schallt es jedes Mal durchs Land vor den Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Politik. Und dann? Öffnet hier der Baumarkt, dort der Einzelhandel, zumindest ein bisschen und woanders schließt die Schule schon wieder. Hessens Ministerpräsident kündigte schon lange vor den neuesten Gesprächen an, Lockerungen gegebenenfalls auch ohne den Bund umsetzen zu wollen. Zu Anfang der Pandemie erntete die Bundesrepublik international Anerkennung für die erfolgreiche Corona-Politik, lasse doch die föderale Struktur passgenaues Handeln zu. Ist der Föderalismus auch im aktuellen Krisenmanagement noch ein Segen? Oder wird er bei unterschiedlichen Infektionszahlen und politisch verschiedenen Situationen langsam zum Fluch?

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  • 03.03.2021
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    Schon gehört? "Der Tag" ganz Ohr

    Das Ohr macht nie Pause. Auch wenn wir schlafen hören wir. Sonst könnte uns das Weckerklingeln auch nicht aus dem Bett treiben. Unsere Fähigkeit zu hören, bereitet uns viel Vergnügen. Sei es wenn wir Musik hören, Geräusche aus der Natur, wie Vogelzwitschern oder Wasserplätschern oder wenn wir Geschichten lauschen, angenehmen Stimmen, Neuigkeiten, die uns interessieren. Sehr viele Menschen haben inzwischen fast ständig Kopfhörer im Ohr, über die sie telefonieren, Musik hören oder Podcasts. Das Hören scheint noch wichtiger geworden zu sein. Ruhe und Stille wird den Ohren kaum gegönnt. Zum Welttag des Hörens wollen wir uns vor allem dem Zuhören widmen. Wenn man andere verstehen will, langt es nicht zu hören, man muss zuhören, damit Kommunikation gelingt. Zuhören und auf die Zwischentöne achten. Das sollten wir uns hinter die Ohren schreiben.

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  • 02.03.2021
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    Reiche Länder zuerst? Wie Impfnationalismus schadet

    "Niemand ist sicher, bis alle sicher sind". Mit diesen Worten warnt die neue nigerianische Chefin der Welthandelsorganisation vor nationalistischem Denken bei den Impfprogrammen. Zu beobachten gerade in den reichen Ländern, in denen die Debatte vor allem darüber geführt wird, wer wem welchen Impfstoff weggeschnappt hat. Länder wie Israel oder Großbritannien scheinen dabei mit ihrer ehrgeizigen Impfstrategie schon weiter als die EU-Länder. Tatsächlich sind zwei Drittel der existierenden Impfstoffdosen für das reichste Siebtel der Menschheit reserviert. In manchen ärmeren Ländern der Welt ist noch keine einzige Impfdosis angekommen, das Virus wütet ungebremst. Ist das gerecht? Und können wir uns das leisten? Solange nicht alle sicher sind, steht nicht nur der Tourismus, stehen auch globale Produktions- und Handelsbeziehungen auf dem Spiel. Was hilft? Spenden, die in den Entwicklungsländern Schutzimpfungen ermöglichen sollen? Oder soll den Impfstoffherstellern zumindest vorübergehend der Patentschutz genommen werden?

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  • 01.03.2021
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    Atom-Schach: Wie geht’s weiter im Iran?

    Die Partie läuft eigentlich schon seit 2002. Da kam heraus, dass der Iran Anlagen zur Anreicherung von Uran betrieb. Die Internationale Atomenergie-Organisation der UNO befürchtete, dass der Iran eigene Atomwaffen anstrebte und verlangte regelmäßige Kontrollen des Atomprogramms. Auf feste Regeln einigte man sich aber erst 2015 - im Atomabkommen: der Iran sollte vor allem die Menge des angereicherten Urans nachprüfbar begrenzen, dafür wurden schrittweise Sanktionen gegen das Land aufgehoben. 2018 beschuldigte Trump die Iraner falsch zu spielen, die USA verließen das Abkommen. Die Europäer, die nahöstlichen Nachbarstaaten und die IAEO blieben am Spieltisch. Der bedrängte Iran versuchte es mit Befreiungszügen: immer wieder verstieß man demonstrativ gegen das Abkommen, was von der anderen Seite mit Drohungen oder immer härteren Sanktionen beantwortet wurde. Joe Biden kündigte an, nach seiner Wahl würde die USA dem Abkommen wieder beitreten. Wer sich davon aber einen Durchbruch in der Partie erhofft hat, wurde bisher enttäuscht. Es wird manövriert, zuletzt hat der Iran den Kontrolleuren der IEAO für drei Monate Zugang zu den Anlagen erlaubt, allerdings stark eingeschränkt. Vor weiteren Zugeständnissen verlangt das Land die Aufhebung aller Sanktionen. Revolutionsführer Chamenei spricht öffentlich davon, sehr viel mehr Uran anzureichern, als das Abkommen erlaubt. Die Gegenseite findet das bedrohlich, Folge könnte eine atomare Aufrüstungsspirale im Nahen Osten sein. Ab jetzt ist erstmal wieder die IAEO am Zug - sie berät über das weitere Vorgehen.

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  • 26.02.2021
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    Was geht mit links? Anatomie einer Partei

    Die eine schmiss dem politischen Gegner Blumen vor die Füße, die andere wurde schon rhetorisch mit einer Kalaschnikow verglichen (und nannte den Rufer daraufhin "Schrotflinte".) Beide bewerben sich nun gemeinsam als neues Führungsduo ihrer Partei. Susanne Hennig-Wellsow aus Thüringen und Janine Wissler aus Hessen wollen bei der Linken künftig sagen, wo es lang gehen soll. Was Streitbarkeit angeht, passen sie vorzüglich. Denn Konfliktpotential zu entfalten, das gelingt auch ihrer Partei jederzeit mit links. Mit zentnerschweren Erblasten und hammerharten Positionen, mit Flügelkämpfen und Machtspielen, nach innen und nach außen. Aber welche Substanz steckt drin - nicht nur in den beiden neuen Führungsfiguren, sondern auch in der Partei insgesamt? Eine wichtige Frage zwischen dem Parteitag jetzt und dem Wahltag im September. Denn dann steht nicht nur im Bund ein Urnengang an, sondern auch in Thüringen, wo der erste linke Ministerpräsident der Bundesrepublik sein Amt verteidigen will. Ist den Linken das Regieren (und Regieren-Wollen) schon in Fleisch und Blut übergegangen? Und ärgert es sie, dass die Umfragen zur Zeit im Bund - rechnerisch und politisch - keine Mehrheitskoalition mit links erkennen lassen? So oder so: Für die anderen Parteien - seien sie Gegner, Konkurrenten oder potentielle Verbündete - sind sie in jedem Fall ein Stachel im Fleisch.

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  • 25.02.2021
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    Guantanamo und kein Entkommen – Ein Folterknast mit Ewigkeitsgarantie?

    Es ist geplant, das Gefangenenlager in Guantanamo zu schließen. Diese Ankündigung Joe Bidens kommt uns irgendwie bekannt vor. Vor 20 Jahren ist das Internierungslager für Al-Qaida-Terroristen an der Südostspitze Kubas errichtet worden, und seitdem ist es ein Stein des internationalen Anstoßes. Schon 2009 begann der damalige US- Präsident Barack Obama eine Auflösung zu prüfen - bis 2017 ohne Erfolg. Dann stoppte Donald Trump das Vorhaben. Jetzt nimmt der neue amerikanische Präsident Joe Biden die Schließung Guantanamos wieder in den Blick. Dahinter stecken nicht nur gute Absichten, sondern sicher ein innenpolitisches Kalkül. Werden sich nun die Pforten des Lagers in Guantanamo wirklich endlich schließen? Und was passiert dann mit den immer noch 40 "Hochrisiko-Häftlingen“, die zum Teil ohne Urteil und Prozesstermin seit knapp 20 Jahren dort einsitzen?

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  • 24.02.2021
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    Priester allein zu Haus - Der tiefe Fall der katholischen Kirche

    "Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen." Ein Satz aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 23, Vers 3). Ein Satz, den viele Gläubige sofort auf Bischöfe wie den Kölner Kardinal Woelki beziehen. Er hält seit Monaten ein Gutachten zur Aufarbeitung von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt in der Kirche zurück. Und seine Begründungen haben bislang nur die Wenigsten überzeugt. Heuchelei und Vertuschung stehen weiterhin als Vorwürfe im (Kirchen)Raum, in vielen Gemeinden und Bistümern. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Sagt Jesus ebenfalls im Matthäusevangelium (Kap. 18, Vers 20). Noch ist die Zahl der katholischen deutschen Bischöfe, die sich gerade zu ihrer jüngsten Konferenz versammeln, um einiges zahlreicher. Aber dass Jesus mitten unter ihnen ist und sie alle in seinem Namen sprechen und handeln, das zu glauben, fällt vielen Menschen innerhalb der katholischen Kirche schon seit Jahren immer schwerer. Warum sollte das Misstrauen gegen Männer-Seilschaften weichen, solange "Mutter Kirche" nicht auch von Frauen geführt werden darf? Passt Ausgrenzung - von Frauen oder Homosexuellen - zur christlichen Botschaft? "Nein, natürlich nicht", sagen immer mehr Gläubige und kehren als Konsequenz ihrer Kirche den Rücken. Ein Exodus, den die Corona-Krise noch beschleunigen dürfte. Werden sich also in absehbarer Zeit nur noch "zwei oder drei" im Namen Jesu versammeln?

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  • 23.02.2021
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    Kind-gerecht? Die Zukunft einer Generation

    Karrierenachteile, Einkommensverluste, Altersarmut - das alles droht laut Wirtschaftsforschern den Schülern und Schülerinnen, deren Schulen in der Corona-Krise geschlossen waren. Sie drohen gar eine "verlorene Generation“ zu werden, bescheinigen Bildungsexperten. Was macht das mit den Kindern und Jugendlichen, auf diese Weise abgestempelt zu werden? Es klingt wie eine Bankrott-Erklärung eines der reichsten Länder der Welt. Ja, Studien zeigen, dass sich das Risiko für psychische Auffälligkeiten bei Kindern erhöht hat. Ja, Umfragen machen deutlich, dass sich viele Schüler und Schülerinnen belastet fühlen, Angst vor der Zukunft haben, aber auch: dass sie mehr einbezogen werden wollen in die Entscheidungen, die ihren Schulalltag betreffen. Schauen wir also hin und krempeln die Ärmel hoch, jetzt, wo die Schulen vorsichtig wieder öffnen. Was brauchen junge Leute 2021, um sich eben nicht abgehängt und verloren zu fühlen? Wie können Wissenslücken erkannt und beseitigt werden? Was brauchen Familien und Schulen, um Langzeitfolgen zu verhindern? Denn wenn wir eine ganze Generation "verloren“ geben, trifft es letztendlich uns alle.

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  • 22.02.2021
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    Hass, Maulkorb und offene Wunden - Spaniens Kampf um die Meinungsfreiheit

    Der spanische Musiker und Aktivist Pablo Hasél hat gerappt und getwittert. Und muss dafür ins Gefängnis. Weil er den spanischen König als "Tyrannen", dessen Vater und Vorgänger als "Parasiten" und "Mörder" und einen Bürgermeister als "Missgeburt" bezeichnet hatte, die "einen Schuss verdiene". Hasél greift damit tief ins oft brutale Vokabular des Rap und wird deshalb der "Majestätsbeleidigung" beschuldigt und der "Verherrlichung des Terrorismus". Das Gesetz, das beides unter Strafe stellt, nennt sich "Gesetz zur Sicherheit des Staates und der Bürger". Aber viele Menschen in Spanien halten einen anderen Namen für passender: "Maulkorbgesetz". Als es 2015, während der Regierung der konservativen Volkspartei, in Kraft trat, fühlte sich die New York Times "an die dunklen Tage des Franco-Regimes" erinnert. Und mehr noch als das Gesetz wird seine Anwendung kritisiert. Denn so vage das Gesetz formuliert sei, so scharf zögen Behörden und Gerichte die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und Straftatbestand. Hat Pablo Hasél diese Grenzen überschritten? "Ja", sagen die, die ihn anklagen. "Nein", sagen nicht nur Haséls Anhänger, die gegen seine Festnahme - auch gewaltsam - protestieren. "Nein", sagen auch viele Kulturschaffende, die befürchten, selbst "die nächsten" zu sein, wenn Hasél in Haft bleibt. Und ausgerechnet das einstige Symbol staatlicher Einheit, das spanische Königshaus, steht nicht mehr auf dem Sockel, sondern selbst - und selbstverschuldet - in der Kritik, Erlebt die spanische Demokratie also erst jetzt, mehr als 45 Jahre nach dem Tod des Diktators Franco, ihre entscheidende Bewährungsprobe?

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  • 19.02.2021
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    Am Abzug – Afghanistan und kein Ende

    Wer rein geht, muss auch wissen, wie er wieder raus kommt. Als vor fast genau 20 Jahren der Afghanistan-Einsatz begann, war die Frage nach der Exit-Strategie sofort da. Bis heute gibt es keine Antwort darauf. Frieden im Land? Darauf will niemand warten bis zum Abzug der Truppen. Die innerafghanischen Friedensverhandlungen sind aber noch immer nicht abgeschlossen. 2014 endete der Nato-Kampfeinsatz, seitdem ist nur noch die Unterstützungsmission "Resolute Support" am Hindukusch. Rund 1100 deutsche Soldaten bilden das zweitgrößte Gruppenkontingent, 59 starben bereits. Im Norden Afghanistans trägt Deutschland die Verantwortung für den Einsatz. Aber wie weit reicht die Verantwortung? Wie lange sollte die Nato im Land bleiben? Wie sinnvoll ist es, den baldigen Abzug anzukündigen, wenn die Taliban nicht einlenken? Und was geschieht, wenn sich die internationalen Truppen irgendwann zurückziehen? Noch immer ist nicht klar, wann ein Abzug wirklich verantwortbar ist.

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  • 19.02.2021
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    #KeinVergessen. Ein Jahr nach Hanau

    Am 19. Februar vor einem Jahr tötete der 43-jährige Attentäter von Hanau neun Menschen, im Alter zwischen 21 und 44 Jahren. Aus rassistischen Motiven. Danach erschoss er seine Mutter und sich selbst. Der Täter: ein Rechtsterrorist, ein psychisch kranker Mann, der unter Verfolgungswahn litt, getrieben von Hass und Verachtung, Sportschütze mit Waffenschein. Hätte dieses Verbrechen verhindert werden können? Die wohl wichtigste von unzähligen Fragen, auf die die Hinterbliebenen der Opfer auch ein Jahr später noch Antworten suchen. Sie werfen den Ermittlungsbehörden schwere Versäumnisse vor und haben jetzt Strafanzeige gegen den Vater des Täters gestellt. Ihr Vorwurf: Beihilfe zum Mord. Überlebende und Angehörige der Opfer verfolgt die Tat bis heute. Sie fürchten neue Gewalt. Welche politischen Lehren hat die Bundesregierung aus Hanau und aus drei Jahrzehnten rechtsterroristischer Anschläge in Deutschland gezogen? Was ist zu tun, damit Hanau sich nicht wiederholt?

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  • 17.02.2021
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    Vorsicht Fastenzeit! Verzicht ist auch keine Lösung

    Der beliebte Gassenhauer "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" macht in diesem Jahr nur wenig Sinn: Wozu soll sich ein Katholik heute das Aschenkreuz holen, wenn er an den "Tollen Tagen" gar nicht sündigen konnte? Ach, hätten wir doch bloß getanzt, gesungen und geküsst! Nur der politische Aschermittwoch haut drauf wie immer. Online, versteht sich, mit den Lachern aus der Konserve. Wollen wir das in Corona-Zeiten überhaupt noch hören? Scherze über Maskenpflicht und Impfversagen? Der Überdruss steigt. In der Fastenzeit bis Ostern üben wir den Verzicht. Doch hatten wir davon in den letzten Monaten nicht schon viel zu viel? Achtsamkeit ist gut und schön. Seit Monaten sitzen wir Zuhause, manchem hilft das Meditieren in dieser schwierigen Situation. Aber führt es auf die Dauer nicht dazu, dass wir immer mehr um uns selbst kreisen? Was uns wirklich fehlt, das ist der Verzicht auf den Verzicht!

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  • 16.02.2021
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    Bedingt wirksam – Die neue deutsche Ineffizienz

    Im Frühjahr 2020 schaute der Rest der Welt mal wieder halb bewundernd, halb neidisch auf die effizienten Deutschen. Als die Corona-Pandemie kam, sah es ganz so aus, als handelte die Politik schnell und wirksam, als käme das Land relativ unangefochten und risikoarm durch die Bedrohung. Nun aber hat das Bild vom effizienten Deutschland Risse bekommen: Leerstehende Impfzentren, überlaufene Telefonhotlines, ein Mangel an Impfstoffen und veraltete Software in den Gesundheitsämtern, die die Frage, wo wir uns eigentlich anstecken, immer noch nicht beantworten können. Warum funktioniert immer noch nicht die Nachverfolgung der Infektionsketten? Von Staatsversagen zu sprechen, wäre wohl so früh - aber das Image der "effizienten Deutschen" bröckelt, und zwar schon länger: das Mautdebakel, die verschlafene Verkehrswende, die Flut an Plastikmüll und so weiter. "Der wahre Nationalcharakter der Deutschen ist Schwerfälligkeit" hat Schopenhauer einmal geschrieben, und Nietzsche fügte noch Tölpelei und Plumpheit hinzu. Ist da vielleicht etwas dran?

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  • 15.02.2021
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    Glück im Kleinen? Die Zukunft der Kommunen

    Gemeinsam mehr erreichen. Das ist der Grundgedanke einer Kommune, und der leuchtet auch ein: Als einsame, kleine Ortschaft sind die Menschen abhängig vom Umland, können selbst meistens keine aufwendige Infrastruktur bereitstellen, von Krankenhaus bis Breitband-Internet. Zumal die Kassen der Gemeinden oft leer sind. Schließen sich kleine Kommunen zu größeren Städten zusammen, können sie ihre Kräfte bündeln. Manchmal kaufen sie sich damit aber neue Probleme ein, auch in Hessen: Viel Fläche, gerade auf dem Land, aber dünn besiedelt. Dazu der Drang der Menschen in die Städte, wo die lukrativen Jobs sind - und die belebteren Einkaufsstraßen. Dabei sehnen sich viele nach der Idylle auf dem Land, weg von Trubel und Enge der Stadt. Wie sieht die Zukunft der ländlichen Kommunen aus? Wie können sie Schwierigkeiten wie der Digitalisierung oder dem fehlenden Nachwuchs in der Verwaltung begegnen und für alle Menschen eine lebenswerte Umgebung schaffen? Eine Vision für unser Landleben von morgen.

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  • 12.02.2021
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    Bibbern für Fortgeschrittene - Ein Lob auf die Kälte

    Da wünschen wir uns jahrelang einen "echten“ Winter herbei. Und jetzt, wo er da ist, passt er uns auch wieder nicht in den Kram: Viel zu kalt mit viel zu viel Schnee! Mitten im schier endlos verlängerten Corona-Lockdown sehnen wir uns nach Wärme und Sonne. Und übersehen dabei die segensreichen Aspekte der Kälte: Sie kann schützen, konservieren, lindern und beleben. Da stürzen sich Menschen freiwillig ins eiskalte Wasser und empfinden sogar Glücksgefühle dabei. Da setzt die Medizin in besonders kniffligen Fällen auf die Kälte als Therapiemethode. Sobald internationale Konflikte abkühlen, kann das dem Rest der Welt nur recht sein. Und in der Raumfahrt werden neue Missionen zu den Eiswelten in unserem Sonnensystem geplant, weil unter ihren Eispanzern vielleicht Spuren des Lebens verborgen sind. Höchste Zeit also für einen versöhnlichen Blick auf die Kälte.

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  • 11.02.2021
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    Mach Dich mal locker! Wege aus dem Lockdown

    Wir hatten es schon geahnt: Das eingeschränkte Leben geht noch eine ganze Weile weiter. Wir müssen noch durchhalten! Hoffentlich dürfen wenigstens die Friseure früher öffnen, die langen Fusselhaare sind jetzt schon unerträglich. Das Leben ohne Restaurants, ohne Kino, Schwimmbad und Theater geht an die Substanz, von Woche zu Woche wird es schwerer. Deshalb suchen wir nach Auswegen: Könnte eine überarbeitete Corona-Warnapp dazu beitragen, uns den Weg ins gewohnte Leben zu erleichtern? Wie kann an unseren Schulen unter diesen Bedingungen nicht nur der Stoff vermittelt werden, sondern auch das soziale Lernen wieder stattfinden? Und vor allem: wie kann uns die Politik diese Maßnahmen so vermitteln, dass die Stimmung in den kommenden Wochen nicht kippt? Eine Durchhaltesendung.

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  • 11.02.2021
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    Der Fall Wirecard oder warum wir an Märchen glauben wollen

    Eben noch stand das Unternehmen als erfolgreicher Star am Aktien-Himmel, nun steht es für einen der größten Betrugsfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In der Bilanz von Wirecard waren auf einmal 1,9 Milliarden Euro verschwunden, vielleicht haben sie nie existiert. Als das bekannt wurde, rutschte der Kurs des einstigen Börsenlieblings rasant in die Tiefe. Viele Anleger verloren ein Vermögen. Dieser Skandal wird von einem Untersuchungs-Ausschuss aufgearbeitet, der in dieser Woche wieder tagt. Das Versagen von Politik und Aufsichtsbehörden ist dabei aber nur ein Aspekt. Wirecard offenbart auch, wie gerne wir - nicht nur in der Wirtschaft - an Heldengeschichten glauben, viele Warnungen in den Wind schlagen und uns am Ende wundern, wie es nur dazu kommen konnte.

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  • 11.02.2021
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    Hätte, hätte, Lieferkette - Verantwortung per Gesetz?

    Angekündigt ist es schon lange: Die Kanzlerin will es, auch Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller setzen sich schon seit Jahren für ein deutsches Lieferkettengesetz ein. Darin sollen Unternehmen verpflichtet werden, die Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferbetriebe im Ausland zu überprüfen. Denn weltweit müssen z.B. 75 Millionen Kinder unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen in Steinbrüchen, Textilfabriken oder Kaffeeplantagen schuften. Doch trotz aller Beteuerungen konnte sich die Bundesregierung noch immer nicht auf ein verbindliches Gesetz einigen. Kritiker halten den Ansatz für falsch, freiwillige Vereinbarungen wie der "grüne Knopf“ seien der bessere Weg. Außerdem dürfe man die deutsche Industrie ausgerechnet in der Corona-Pandemie nicht zusätzlich belasten mit so einem „gutes Gewissen Gesetz“. Andere Länder dagegen haben es längst - mit welchen Erfahrungen?

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  • 11.02.2021
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    Zu viel ist nicht genug – Wenn der Regen nicht aufhört

    Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Und das ist gut so, denn mehrere trockene Frühjahre und Sommer haben sie ausdörren lassen. Zeit, dass sie sich vollsaugt. Zeit, dass aus dem Wasser von oben Grundwasser unten wird. Im Moment tritt es aber eher als Hochwasser auf: Regen und geschmolzener Schnee lassen die Bäche und Flüsse anschwellen - das füllt Wiesen und Keller, aber nicht die Grundwasserspeicher, denn es verdunstet recht schnell. Und die letzten beiden Winter waren auch nass, haben aber die folgenden Trockenzeiten in vielen Gegenden nicht ausgleichen können. Viele Wälder sind direkt geschädigt, oder indirekt durch hitzebedingten Borkenkäferbefall, und müssen abgeholzt werden. Spätestens bei der Wiederaufforstung stellt sich die Frage: haben wir es da nur mit Extremwetter zu tun oder mit dem Klimawandel? Der soll ja bei uns nach manchen Modellen regelmäßig heiße, sehr trockene Sommer und sehr feuchte, verregnete Winter bringen. Dann müssten wir uns gegen Dürre und Überschwemmungen zugleich rüsten: durch den Anbau robusterer Bäume und weniger anfälliger Mischwälder, durch die Renaturierung von Flussläufen, durch eine andere Wasserwirtschaft. Vieles davon hat schon begonnen, aber die von allen Seiten tropfenden und flutenden Wassermassen lassen es dringlich erscheinen, eine Schippe zuzulegen. Oder in diesem Fall einen Eimer.

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  • 11.02.2021
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    Druck auf der Pipeline – Was bewirken Sanktionen?

    Man kennt das aus der Kindererziehung: wenn die Sprösslinge nicht folgen, dann werden Strafmaßnahmen angedroht: Hausarrest, der Entzug von Spielzeug, Einschränkung der Fernseh- oder Computerzeit, das sind gängige Methoden um elterlichen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Aber wer mit einer Sanktion droht, der sollte auch in der Lage und willens sein, sie umzusetzen. Sonst funktioniert das Modell nicht. So ist es auch in der Politik, wenn Staaten sich nicht an die Regeln halten. Die Diplomatie kennt verschiedene Abstufungen, von der Einbestellung der Botschafter bis hin zur Einstellung jeglicher Beziehungen. Besonders viel verspricht man sich von wirtschaftlichen Sanktionen, die sind aber auch besonders schwer umzusetzen, weil man sich damit schnell ins eigene Fleisch schneidet. Das erleben wir gerade im Falle Russlands. Die EU will auf die willkürliche Inhaftierung des Regimekritikers Nawalny reagieren, will Putin in die Schranken des Rechtsstaates verweisen, ist sich aber uneins, wo man am besten ansetzen könnte, ohne selbst zu leiden. Taugt das Ende von Nordstream 2 als Drohkulisse und haben derartige Sanktionen überhaupt schon mal zum gewünschten Erfolg geführt?

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  • 11.02.2021
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    Impf Dich frei – Mit der Spritze zur Normalität?

    Mal wieder ins Café, ins Restaurant, ins Kino - wer sehnt sich nicht danach? Im Moment geht das für niemanden. Und bald vielleicht nur für Geimpfte? Der Deutsche Ethikrat gibt in dieser Frage eine Empfehlung ab. Natürlich ist die Ungeduld groß, und die Frage steht im Raum: Sollte, wer durch eine Impfung geschützt ist, nicht wieder mehr Freiheiten genießen können? Nein, sagt die Kanzlerin im ARD-Interview. Noch nicht. Aber wenn es für alle möglich ist, sich impfen zu lassen, hält Angela Merkel es schon für möglich, wer sich nicht impfen lasse, der könne vielleicht auch bestimmte "Dinge" nicht machen. Wird die Regierung also irgendwann Sonderregelungen für Geimpfte einführen? Die Diskussion im Moment politisch zu führen, ist angesichts der ungewissen Forschungslage verfrüht. Außerdem gibt es zu wenig Impfstoff. Es könnte aber sein, dass die Politik von der Realität überholt wird. Fluggesellschaften, Theater oder Museen könnten Geimpfte bevorzugen, auch ohne Regierungsvorgaben oder gesellschaftlichen Konsens. Das ist ihr gutes Recht. Aber ist es auch ethisch vertretbar? Wie könnte eine gerechte Lösung aussehen, ohne gesellschaftliche Gräben entstehen zu lassen?

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  • 11.02.2021
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    Bad Hair Weeks – Die Frisur sitzt nicht mehr!

    Die Friseure dürfen in der Pandemie ihre Geschäfte nicht öffnen, da bleibt uns nur: entweder die Haarpracht ungezähmt wachsen zu lassen, oder selbst Hand anzulegen. Haare wachsen nun mal. Und wenn nicht, dann ist es uns auch nicht recht. Dem ein oder anderen sieht man es schon an, dass da länger keine Schere im Einsatz war. Die erzwungene leichte Verwahrlosung des Haupthaares korrespondiert quasi mit der Jogginghose, die im Homeoffice so bequem zu tragen ist und über die Karl Lagerfeld gesagt hat, wer sie trage, habe die Kontrolle über sein Leben verloren. Guckt ja keiner. Dabei ist das Haar weit mehr als einfach nur ein Keratinfaden, der ab und an gestutzt werden muss. Wie wir unser Haupthaar tragen, ist Ausdruck unserer Persönlichkeit, unserer Gesundheit, unserer sozialen Zugehörigkeit. Die Frisur kann ein Statement sein und schöne, gepflegte, volle Haare machen Menschen attraktiv. Kein Wunder, dass sich viele schon auf den ersten Friseurbesuch nach dem Lockdown freuen.

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  • 02.02.2021
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    Die GameStop-Revolte: Zocken gegen Zocker

    Die einen sprechen von der Demokratisierung des Finanzmarkts. Die anderen von Anarchie. Egal! Was sich seit gut einer Woche rund um die Aktie des Videospiele-Händlers "GameStop" abspielt, wird weitreichende Folgen haben. Vor allem für etwas, das auf den ersten Blick wie ein Streich von ein paar Internet-Trollen wirkt. Große Hedgefonds hatten auf einen Wertverlust der GameStop-Aktie gewettet. Daraufhin schlossen sich viele Kleinanleger zusammen und investierten in die Aktie. Seitdem steigt der Kurs durch die Decke, ebenso der Verlust für die Hedgefonds. Einige stehen vor der Pleite. Aber dann werden die Karten neu gemischt, und offenbar knickten die Broker-Plattformen der Kleinanleger vor den großen Hedgefonds ein. Sie stoppten den Neukauf von GameStop-Aktien. Hier kämpft Klein gegen Groß. David gegen Goliath. Ein Kampf, von dem völlig unklar ist, wie er ausgeht. So etwas hat es in der Börsenwelt noch nie gegeben.

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  • 01.02.2021
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    Holland in Not? Die Krawalle, die Krise, die Kolonialzeit

    In ganz Europa reagieren Demonstranten auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen Protestaktionen. Doch in den Niederlanden haben die Aktionen ein bislang ungekanntes Ausmaß der Gewalt erreicht. Brennende Autos, zerstörte Geschäfte, Plünderungen und Angriffe auf die Ordnungskräfte. Der rechte Oppositionsführer Geert Wilders hatte mit den Worten „Wir werden gefangen genommen. Wir verlieren unsere Freiheit" dazu aufgerufen. Es heißt seine Botschaft, die Corona-Maßnahmen und Islamismus kombiniert könnten als Brandbeschleuniger gewirkt haben. So gesellten sich unter die Maßnahmen-Kritiker eine Mischung aus Fußball-Hooligans, Rechtsextremisten und Verschwörungsanhängern der QAnon-Bewegung. Es kamen randalierende Jugendliche mit Migrationsgeschichte und sogenannte Protest-Touristen, Hooligans aus Deutschland und Frankreich hinzu. Was ist passiert in dem Land der politischen Toleranz und Transparenz? Zeigt sich hier, wie tief der Graben ist, der mitten durch die Gesellschaft verläuft? Oder geht es viel tiefer, bis in die unaufgearbeitete Kolonial-Geschichte des Landes hinein? Wir blicken auf den kleinen Nachbarn im Westen und darauf, wie er auf die zivile Unzufriedenheit reagiert.

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  • 29.01.2021
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    Rausgehen ist das neue Ausgehen

    Sie sind es satt, immer nur die Wand oder den Bildschirm anzustarren? Im weichen Sofa oder auf dem harten Stuhl zu sitzen? Schlechte Heizungsluft zu atmen und sich eingesperrt zu fühlen? Dann nehmen Sie doch ganz einfach den nächsten Ausweg: Durch die Haustür an die frische Luft! Spazieren Sie los! Promenieren, flanieren und lustwandeln Sie! Greifen Sie zur Mütze statt zur Maske und gewinnen Sie Abstand von der Enge daheim! Das ist Bewegung ohne Sport und Ausgang ohne Sperre. Der Wald ersetzt das Café, und der Horizont wird weiter, je näher man sich unter freiem Himmel auf ihn zu bewegt. Wer halbwegs gut zu Fuß ist, kann sich so einen Hauch von Freiheit zurückerobern. Einen belebenden Hauch. Denn wie viele Menschen sind doch auf Spaziergängen schon gesünder, kreativer und glücklicher geworden. Literarische Werke sind auf Spaziergängen erblüht oder ranken sich darum. Die Philosophen einer berühmten Schule der Antike errichteten ihre Gedankengebäude dort, wo sie gemeinsam wandelten. Und Politiker, die im Wald spazieren gingen, brachten schon so manche "Kuh vom Eis". "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein", ruft "vom Eise befreit" an Ostern der Spaziergänger Faust. Also: Wenn schon das Leben - gerade jetzt - kein Spaziergang ist, kann der Spaziergang wenigstens ein Stück Leben sein

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  • 28.01.2021
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    Bloß nichts verpassen! Der Hype um Clubhouse

    Clubhouse ist die neue Audio Plattform, eine App für I-Phone Nutzer. Seit knapp zwei Wochen auch in Deutschland im Netz redet jeder drüber, vor allem deshalb, weil nicht jeder reinkommt. Man muss jemanden kennen, der einen einlädt. Und um einladen zu können, muss man Clubhouse den Zugriff auf das persönliche Telefonbuch gewähren. Wer will das schon? Kein Video, kein Chat, nur Gespräche finden dort statt - eine Art Twitter mit Ton oder wie „Anne Will“ ohne Bild. In den Runden tummeln sich hierzulande viele Politiker, der eine singt, der andere plaudert über Candy Crush, ein anspruchsloses Spiel, das er während einer Ministerpräsidentenkonferenz spielte. Der Skandal um den thüringischen Landesvater Bodo Ramelow, der die Kanzlerin bei Clubhouse auch noch "Merkelchen“ nannte, nimmt seinen Lauf und wirft die Frage nach geschützten Räumen und der Pressefreiheit auf. In den USA, wo die Audio Plattform seit April vergangenen Jahres existiert, geht’s mittlerweile um ganz andere Fragen: wer kontrolliert eigentlich rassistische, homophobe und antisemitische Gesprächsrunden?

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  • 27.01.2021
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    Unorthodox? Gedanken übers Gedenken

    Ein denkwürdiger Tag und ein denkwürdiges Jahr treffen an diesem Mittwoch aufeinander. Am 27. Januar 2021 jährt sich zum 76. Mal der Tag, an dem sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreiten. Und zugleich können wir 2021 auf 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland zurückblicken. Denn im Jahre 321 n. Chr. wird in einem Edikt des römischen Kaisers Konstantin zum ersten Mal eine jüdische Gemeinde nördlich der Alpen erwähnt: Die jüdische Gemeinde von Köln. Zurückblicken an diesem Gedenktag und in diesem Gedenkjahr wird allerdings nicht reichen. Es sei "wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt", hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog gesagt, als er 1996 den "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" ins Leben rief. Und so geht es 76 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gerade auch darum, den gegenwärtigen Antisemitismus in unserem Alltag zu bekämpfen. Und nach 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland geht es darum, zu erfahren und zu verstehen, zu erzählen und zu diskutieren, was jüdisches Leben im heutigen Deutschland bedeutet - gerade auch für jüngere Menschen, für jüdische und nicht-jüdische. Welche Bilder jüdischen Lebens gibt es in unseren Köpfen? Und wie könnte heutzutage eine fruchtbare Erinnerungskultur aussehen?

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  • 26.01.2021
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    Anonym und unsichtbar - Der Tod in den Zeiten von Corona

    Die Pandemie lehrt uns mit erschreckenden Zahlen umzugehen. Sie hat fast 50 tausend Menschenleben in Deutschland gekostet, in knapp einem Jahr. Menschen, die an und mit Covid-19 gestorben sind. Weltweit sind es mehr als zwei Millionen. Und täglich sterben weitere. Die Schwere der Krankheit ist größer als bei einer gewöhnlichen Grippe. Das Risikomanagement findet unter kollektiver Beobachtung statt. Doch gestorben wird allein und einsam. Der letzte Kontakt der Patienten: Pfleger und Ärzte in Schutzkleidung mit Masken, Handschuhen, Kitteln. In Plastiksäcke verpackt, bekommen die Toten rote Aufkleber: Achtung, Infektionsgefahr. Aufbahrungen, Aussegnungen, Rituale mit Liedern und Musik erscheinen wie aus einer längst vergangenen Zeit. Abschied kann nur mit Abstand genommen werden. Anfassen geht nicht. Nach und nach wird nun der Ruf nach öffentlichem Gedenken lauter. Brauchen wir solche Bilder? Oder muss der individuellen Trauer entgegen aller Gefahrenabwehr mehr Raum gegeben werden?

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  • 25.01.2021
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    Gegen die Mächtigen! Von Mut und Waghalsigkeit

    Kaum wieder auf den Beinen hat er sich erneut aufs Glatteis gewagt. Oder in die Höhle des Löwen. Der Kremlkritiker Alexej Nawalny - gerade von einem Giftanschlag genesen - ist aus der sicheren Obhut der Berliner Charité nach Russland zurückgekehrt und wurde dort gleich in polizeilichen Gewahrsam genommen. Das ist nicht neu für ihn. Damit musste er rechnen. Das hätte er sich ersparen können. Was also ist seine Rückkehr? Mutig? Tollkühn? Bar jeder Vernunft? Oder einfach nur konsequent? Was treibt Menschen wie Nawalny, wie Snowden und Assange, wie Jeanne d' Arc, Jan Hus und Luther an, sich sehenden Auges in Gefahr zu begeben? Und was setzt ihre "Bremsen" außer Kraft? Ist es nur ihre "Sache" - die sie als "gut" oder "gerecht" erkannt haben? Oder können sie gar nicht anders und nehmen von vorneherein billigend in Kauf, vom Aktivisten zum Märtyrer zu werden? Zugegeben: Im Exil oder im sicheren Versteck lässt sich wenig bewegen. Aber im Gefängnis und auf dem Friedhof noch sehr viel weniger. Und doch scheint ihre Maxime zu lauten: "Keine Selbstachtung ohne Todesverachtung".

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  • 22.01.2021
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    Takeoff ins Nirgendwo? Die Zukunft der Luftfahrt

    Kaum eine andere Branche bekommt die Folgen der Corona-Pandemie weltweit so heftig zu spüren wie die Luftfahrt. Das trifft auch uns in Deutschland: Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung DFS wurden hierzulande im vergangenen Jahr rund anderthalb Millionen Starts, Landungen und Überflüge kontrolliert. Das entspricht 56 Prozent weniger als noch im Jahr davor, mit anderen Worten: Die Zahlen im Luftverkehr sind so niedrig wie Ende der 80er Jahre, vor der Wiedervereinigung. Fachleute rechnen erst 2025 damit, dass die Branche wieder das alte Niveau wie vor der Krise erreicht. Die Konsequenzen sind bereits zu beobachten: Selbst eine mächtige Fluggesellschaft wie die Lufthansa ruft nach dem Staat, der auch kräftig hilft, mit einer Beteiligung. Piloten und andere Teile der Belegschaft fürchten trotzdem um ihre Jobs, es werden Stellen abgebaut. Wird sich die Luftfahrt jemals von diesem Schock erholen? Und wie passen dazu die hochfliegenden Pläne verschiedener Firmen, wieder Überschallflugzeuge zu bauen oder mit elektrischen Antrieben in die Zukunft zu starten?

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  • 21.01.2021
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    Ohne Zweifel für den Angeklagten - Die Rolle der Verteidigung

    Das Beste herauszuholen für Leute, denen oft das Schlimmste zugetraut wird. Das ist die Aufgabe von Strafverteidigern. So wie gerade jetzt im Lübcke-Prozess. Der Hauptangeklagte Stephan Ernst - ein Rechtsextremist - wird beschuldigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen zu haben. Ernst hat mehrfach seine Aussagen zum Tathergang geändert. Und er hat sich mitten im Prozess von seinem ersten Verteidiger getrennt. All das macht ein Plädoyer (wie an diesem Donnerstag) nicht gerade leichter für seinen zweiten und jetzigen Verteidiger. Mutmaßliche und manchmal sogar geständige Mörder zu verteidigen - für Anwältinnen und Anwälte ist das Beruf und oft auch Berufung, für viele Außenstehende dagegen ein moralisches Problem. "Wie kannst du nur einen solchen Menschen verteidigen?" Das ist außerhalb des Gerichtssaals die vielleicht häufigste und heikelste Frage an die Verteidigung, die dadurch immer wieder in die Lage gerät, sich selbst verteidigen zu müssen. In unserem Rechtsstaat ist es gleichwohl ein eherner Grundsatz: Jeder und jede Angeklagte hat Anspruch auf die bestmögliche Verteidigung - ob er oder sie nun schuldig oder nicht schuldig ist. Nur: Worin besteht - und wie gelingt - eine bestmögliche Verteidigung? Das ist von Fall zu Fall verschieden, und welche Figur die Verteidigung dabei macht, das liegt immer im Auge der Betrachtenden, ob sie nun auf der Anklagebank oder am Richtertisch, auf der gegnerischen Seite oder im Publikum sitzen. Wer auch immer eine Verteidigung übernimmt, muss sich mit all diesen Beteiligten auseinandersetzen. Und kann dabei heldenhaft oder fragwürdig wirken. In Büchern und Filmen sowieso, aber oft auch in der Realität.

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  • 20.01.2021
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    Great again? - Joe Bidens Amerika

    Das Land heilen, die Menschen miteinander versöhnen, den Vereinigten Staaten wieder Respekt und Ansehen in der Welt verschaffen. Das ist Joe Bidens Mission. Der neue Präsident der USA, dessen Vereidigung an diesem Mittwoch ansteht, wird vielleicht nicht in die Geschichte eingehen als jemand, der große Visionen präsentiert oder eine historische Leistung vollbracht hat, wie manche seiner Vorgänger. Dafür ist vielleicht eher seine potentielle Nachfolgerin zuständig, Vizepräsidentin Kamala Harris. Joe Biden wird aber, wenn alles gut für ihn läuft, als der Mann in Erinnerung bleiben, der Amerika wieder politische Normalität gebracht hat. Nach vier Jahren Donald Trump und einer Politik der Spaltung. Das wird schwierig genug: Der Sturm auf das Kapitol, die unbegründeten Zweifel vieler Republikaner an der Wahl und der Verlust von Vertrauen in den Staat sind inzwischen tief verwurzelt in der Gesellschaft. Vielleicht ist diese Polarisierung im politischen System der USA auch schon angelegt, in dem immer nur zwei Parteien um die Macht kämpfen. Die Amtseinführung findet jedenfalls unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Sie markiert für die Vereinigten Staaten aber die Rückkehr zu einer Zukunft, die viele schon verloren geglaubt hatten.

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  • 19.01.2021
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    Kleiner Pieks, große Debatte – Impfen ohne Strategie?

    Zum Telefonhörer oder zur Tastatur durften sie schon vor eine Woche greifen - alle Menschen in Hessen, die 80 Jahre oder älter sind und einen Impftermin vereinbaren möchten. Und ab jetzt müsste es auch möglich sein, die vereinbarten Termine wahrzunehmen, in sechs regionalen Impfzentren, die mit dem heutigen Tag ihre Tore öffnen sollten. Aber so sehr die Impfung eine der großen Antworten auf die Corona-Pandemie sein soll, so sehr wird sie immer noch von drängenden Fragen umkreist: Wer kann eigentlich geimpft werden? Wenn es doch im Anmeldesystem immer wieder Pannen gibt. Wenn viele Ältere gar nicht wissen, wie sie zum nächsten (und doch für sie allzu weit entfernten) Impfzentrum kommen sollen. Und wenn es bei der Impfstoff-Beschaffung immer wieder zu Engpässen kommt. Wer soll geimpft werden? Wenn es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, wer ganz oben und wer weiter unten auf der Prioritätenliste stehen sollte. Und wenn verfassungsrechtlich umstritten ist, ob die Bundesregierung eine solche Reihenfolge eigentlich einfach so festlegen darf. Und: Wer will geimpft werden? Bzw. wer will es nicht? Wenn doch z.B. der bayerische Ministerpräsident eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ins Spiel bringt und sich dabei auf eine angeblich ausgeprägte Verweigerungshaltung unter Pflegekräften beruft. Und alle diese Fragen - organisatorische, ethische, rechtliche - hängen natürlich auch mit medizinischen Schlüsselfragen zusammen: Wie ungefährdet und wie ungefährlich sind Geimpfte? Wann wäre die vielbeschworene Herdenimmunität erreicht? Und was genau wäre damit gewonnen? Alles wichtige Fragen für Menschen, die strategisch denken. Lasst uns nach ihnen suchen!

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  • 18.01.2021
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    Hurra, es ist ein Junge! Die CDU und ihr neuer Vorsitz

    Im April vor zwanzig Jahren wählte die CDU auf dem Parteitag in Essen eine neue Vorsitzende - Angela Merkel. Damals war die Welt noch eine andere - in New York standen die Twin Towers, und hier in Deutschland bezahlten wir mit der D-Mark. Damals hätte keiner geglaubt, dass "Kohls Mädchen" ganze 18 Jahre lang Partei-Chefin bleiben sollte. Aber sie setzte sich durch, gegen ihre männlichen Widersacher - gegen Friedrich Merz, der die Steuererklärung auf einen Bierdeckel pinnen wollte. Oder gegen Norbert Röttgen, den sie als Umwelt-Minister unsanft aus dem Amt warf. Ausgerechnet diese Männer kamen nun wieder zurück, wollten Merkel beerben. Geschafft hat es aber ein anderer: Armin Laschet. Er gilt als Merkel-Vertrauter, aber auch als integrierende Kraft innerhalb der Partei. In ruhigen Zeiten hätte man ihm vielleicht zugetraut, die Lager zu besänftigen - und neu zu definieren, was "konservativ" heute eigentlich bedeutet. Aber wir haben keine ruhigen Zeiten. Schon jetzt drängt die Frage, ob Laschet auch Kanzlerkandidat sein wird. Die CDU hat wenig Erfahrung mit Nachfolge und Übergängen - aber jetzt muss sie es schnell lernen, denn irgendwann tritt das Unvorstellbare ein, und Angela Merkel ist nicht mehr da.

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  • 15.01.2021
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    Viren auf dem Sprung – Menschen, Tiere, Pandemien

    Diese Pandemie wird nicht die Letzte sein, darüber sind sich Forscher ziemlich einig. Die Gefahr, dass Viren zwischen Mensch und Wildtier übertragen werden, ist sehr hoch, weil die Menschheit sich stark vermehrt und sich immer mehr Lebensräume erobert. Tiere verlieren dadurch ihre Rückzugsgebiete. Dazu kommt, dass die wachsende Weltbevölkerung auch Nahrung braucht und der Handel mit Wildtieren in vielen Regionen der Erde völlig normal ist. Auf so einem Wildtiermarkt könnte auch das SARS-Cov2- Virus den Sprung zum Menschen geschafft haben. Eine Experten- Kommission der Weltgesundheitsorganisation ist gerade in China eingetroffen, um den Ursprung des Coronavirus herauszufinden, das aktuell die Welt in Atem hält. Man erhofft sich Erkenntnisse darüber, wie man Seuchenausbrüche in Zukunft verhindern könnte. Das wird allerdings schwierig, wenn wir weiterhin Urwälder roden, den Klimawandel nicht besser bekämpfen und den Abstand zu wild lebenden Tieren nicht wahren.

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  • 14.01.2021
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    Im Keim erstickt? 10 Jahre nach der Arabellion

    Am 14. Januar 2011 floh der tunesische Präsident Ben Ali aus Tunis, die tunesische Bevölkerung ging in Massen auf die Straßen, der Tag ist heute ein Feiertag im Land. Es ist einer von vielen erinnernswerten Tagen im bei uns so genannten Arabischen Frühling, ausgelöst durch den Tod von Mohamed Bouazizi. Der junge Mann betrieb einen mobilen Marktstand, der immer wieder geschlossen wurde, er erlebte die Willkür der Behörden, wurde auf der Polizeiwache geschlagen. Im Dezember 2010 sah er keinen Ausweg mehr und steckte sich selber in Brand. Sein Tod berührte viele Tunesier, weil sie darin auch ihr eigenes Schicksal erkannten: Korruption, politische Repression, hohe Jugendarbeitslosigkeit. Immer mehr Menschen schlossen sich zu Protesten zusammen - nicht nur in Tunesien, sondern bald auch in Marokko und Ägypten, Libyen und Syrien und anderen Ländern der arabischen Welt. Studenten, Blogger, Ärzte und Künstler versammelten sich auf den Plätzen von Kairo, Tunis und Aleppo, um friedlich für Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren. Und sie hatten anfangs tatsächlich auch Erfolg: Machthaber wurden aus dem Amt gejagt, weggeputscht. Vor allem im Westen gab es die Hoffnung auf einen Wandel zur Demokratie in der arabischen Welt. Zu früh oder zu Unrecht. Denn bei den Wahlen triumphierten konservative und islamistische Kräfte. Die alten autoritären Regime wurden von neuen ersetzt, nur in Tunesien hält sich die Demokratie über Wasser. Wo stehen die Länder heute? Gibt es den Geist der Rebellion noch, oder hat man sich mit den neuen Zuständen abgefunden? Resignation wäre verständlich, denn abgesehen vom medialen Daumendrücken hatte Europa den Helden der Arabellion wenig zu bieten.

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  • 13.01.2021
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    Ausgetwittert - Zensur oder nötige Kontrolle?

    Twitter ist dazu da, die öffentliche Unterhaltung zu fördern. So steht es in den Twitter Regeln. Und was nichts zu suchen hat in diesem öffentlichen Diskurs, wird auch gleich definiert. Twitter duldet unter anderem keine Gewalt, keine Drohungen und keine Hass schürenden Äußerungen. Gegen diese Regeln hat Donald Trump verstoßen, immer wieder. Aber nachdem seine Anhänger das US-Kapitol gestürmt haben, hat Twitter nun - kurz vor Ende von Trumps Amtszeit - dessen Twitter Account gesperrt. Viel zu spät, sagen die einen, von einem gefährlichen Machtmissbrauch der Social media-Unternehmen sprechen die anderen. Welche Perspektive ist die demokratischere? Und welche bringt die Demokratie in Gefahr? Bestimmen jetzt schon die Technologie-Firmen über Meinungsfreiheit, Kontrolle und Macht?

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  • 12.01.2021
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    Alter, was geht? Der Traum vom Ewigen Leben

    Er ist so alt wie der Mensch selbst, der Traum vom ewigen Leben. Und so verwundert es nicht, dass viele versuchen mit gesundem Essen, regelmäßiger Bewegung und diversen Vitamin- und Nährstoffpillen ihr Leben wenigstens um ein paar Jährchen zu verlängern. Forscher in aller Welt träumen diesen Traum aber noch ganz anders: Was sind schon ein paar Jährchen, wenn wir vielleicht 120 oder 150 Jahre alt werden können? Dafür müssen aber andere Methoden eingesetzt werden. Für Studien von Altersforschern im Silicon Valley stellen sich wohlhabende Probanden der Verjüngungsforschung zur Verfügung. Angeblich konnte einer sich mit regelmäßigen Spritzen eines Wirkstoffcocktails für das Immunsystem in wenigen Monaten um zwei Jahre verjüngen. Israelische Forscher erzielten in einer Studie durch eine spezielle Sauerstofftherapie ebenfalls einen Verjüngungseffekt. Rückt der Traum vom ewigen Leben in greifbare Nähe? Bedeutet eine Lebensverlängerung automatisch mehr Glück und Zufriedenheit? Und was bedeutet es für eine alternde Gesellschaft, wenn sie eine superalte Gesellschaft werden könnte?

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  • 12.01.2021
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    Schule der Zukunft – Lernen aus der Krise?

    Heute geht die Schule wieder los und das führt während der Pandemie nicht nur bei den Schülern zu Augenrollen, sondern auch bei den Eltern. Lernen im Lockdown ist zu einer der großen Herausforderungen unserer Zeit geworden. Dabei könnte das Digitale Lernen eine entspannte Angelegenheit sein, wären wir alle gleich. Dann hätten wir alle ausreichend Laptops zuhause, ausreichende Deutschkenntnisse und ausreichend viel Zeit, um neben dem Job und dem Haushalt auch noch die Schüler zu unterstützen. Sind wir aber nicht, die Probleme des Lernens in der Krise sind bekannt. Was machen wir nun daraus? Die glänzende Seite der digitalen Medaille: Schüler lernen Mathe oft besser mit digitalen Tutorials als im Unterricht, Geschichtsvermittlung funktioniert über YouTube-Channels ausgezeichnet, zumindest wenn man sich den richtigen Channel ausgesucht hat. Die Kinder zu mehr Selbständigkeit anzuregen führt dazu, dass sie lernen, sich selbst besser zu organisieren. Auf der anderen Seite dieser Medaille steht die Frage nach dem Sozialen Lernen, wenn alle nur noch Zuhause vorm Laptop sitzen. Und gehen wir damit auch der IT-Industrie auf den Leim? Die hat Bildung als Geschäftsfeld schon lange entdeckt. Was lernen wir aus dem Homeschooling für die Schule der Zukunft?

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  • 08.01.2021
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    Ausgepfiffen – Schlechte Zeiten für Whistleblower

    Wikileaks-Gründer Julian Assange wird von Großbritannien nicht an die USA ausgeliefert. Das ist seit Anfang der Woche klar. Diskussionen gibt es aber um die Begründung des Londoner Gerichts. Es führt humanitäre Gründe an, Assanges psychischer Gesundheitszustand sei in England schon so kritisch, dass man befürchtet, er könne sich in der US-Isolationshaft das Leben nehmen. Das Problem mit dieser Begründung: Es geht nur noch um die Frage, ob Assange fit genug für die Haft ist, nicht um seine Rolle. Ist er Whistleblower oder Spion? Held der Wahrheit oder Verbrecher? Oder sind das falsche Alternativen? Wenn das keine Rolle mehr spielt, könnte das Londoner Urteil gefährlich sein für alle Whistleblower oder investigativen Journalisten. Es könnte ihnen den Schutz der Pressefreiheit nehmen und den Weg freimachen für eine Strafverfolgung unter Spionagevorwurf. Das Schicksal von Julian Assange, Edward Snowden und anderer Informanten zeigt, dass Menschen, die Dinge aufdecken, mit schwersten persönlichen Folgen zu rechnen haben - in der Politik, der Wirtschaft, der Altenpflege. Dabei wird Whistleblowing inzwischen als Bestandteil einer gesunden Organisationskultur gelobt und in großen Firmen als Teil des Systems institutionalisiert. Sollte eine mündige Gesellschaft nicht Wert darauf legen, dass jemand ans Licht bringt, was zu Unrecht geheim gehalten wird. Oder reicht es inzwischen, die Whistleblower als Verschwörungstheoretiker zu entwerten, um sie zu erledigen?

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  • 07.01.2021
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    Mob rules? Trump und der Sturm aufs Kapitol

    So hatte er sich das bestimmt nicht zurechtgelegt, aber möglicherweise wird Donald Trump der erste amerikanische Präsident sein, der sich selber aus dem Amt putscht. Tausende seiner Anhänger umringten am Mittwoch das Kapitol in Washington, während dort Abgeordnete und Senatoren endgültig den Wahlsieg Joe Bidens bestätigen sollten. Einige drangen sogar in das schlecht bis gar nicht bewachte Gebäude ein, besetzten Tribünen und Abgeordnetenbüros und beschimpften die anrückende Polizei als "Kommunisten" und "Drecksäcke". Die Sitzung muss unterbrochen werden, Schüsse fallen, eine Frau stirbt, vier Tote soll es insgesamt gegeben haben. Donald Trump hatte kurz vorher noch eine Rede gehalten. Da forderte er seine Anhänger auf, zum Kapitol zu marschieren, "ich werde bei Euch sein", sagte der noch amtierende Präsident. Natürlich nur im Geiste, denn das Marschieren überlässt er dann doch lieber den Anderen. Aber er wiederholte seinen Vorwurf, die Wahl sei gestohlen worden. Später, sehr viel später forderte Trump per Twitter die Randalierer dann auf, keine Gewalt anzuwenden, sagte aber auch: "Wir lieben euch. Ihr seid etwas ganz Besonderes". Jetzt ist das Entsetzen nicht nur in den USA groß. War das ein versuchter Staatstreich? Trump hat zwar inzwischen mitgeteilt, er werde die Macht geordnet übergeben, aber viele fordern, ihn zur Verantwortung zu ziehen und noch in der verbleibenden Zeit des Amtes zu entheben. Hinter der Frage, ob das überhaupt möglich ist, stehen viele größere: wie soll ein Land Frieden finden, in dem offenbar viel zu viele die politische Auseinandersetzung mit Gewalt führen wollen?

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  • 06.01.2021
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    Wenn das Sparschwein platzt – reich in der Krise?

    "Deutsche reich wie nie" titelt eine Nachrichtenseite im Internet, und das mitten in der Coronakrise. Geht´s uns jetzt allen besser dank irgendwelcher geheimnisvoller, bisher nur nicht entdeckter wirtschaftlicher Mechanismen? Eher nicht. Wir Deutsche haben nur im Laufe des letzten Jahres mehr gespart als je zuvor. Oder volkswirtschaftlich gesprochen: die Sparquote ist auf einem Höchststand, das ist der Anteil am verfügbaren Einkommen, der gespart wird. Der Grund ist auch schon ermittelt: die Krise lässt viele Leute ihr Geld zusammenhalten, für den Fall, dass Job und Einkommen verloren gehen. Andere konsumieren weniger, weil es einfach weniger zu konsumieren gibt, auf denen ruhen in diesem Jahr die Hoffnungen der Gewerbetreibenden: nachholender Konsum wäre geeignet, die Wirtschaft anzukurbeln und das platzende Sparschwein wieder zu leeren. Wie auch immer: wirklich reich wird man vom Sparen wohl nicht. Die Deutschen lassen außerdem über zwei Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen, wo sie fast keine Zinsen bringen, und lassen sich nur zögernd auf Aktien und Fonds ein. Und es ist zu befürchten, dass das angesparte Geld sowieso bald wieder weg ist: weil Jobverluste und Pleiten nicht mehr mit Staatsgeld aufzuhalten sind, und irgendjemand die in der Krise aufgehäuften Staatsschulden bezahlen muss: wir.

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  • 05.01.2021
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    Neue Köpfe, neue Koalitionen? Superwahljahr 2021

    Gerade in ihrer Neujahrsansprache hat sie es noch einmal gesagt: Angela Merkel wird 2021 nicht mehr antreten als Kanzlerkandidatin. Dabei hätte sie trotz allen Gemeckers über ihre Politik wahrscheinlich gute Chancen, auch ein fünftes Mal gewählt zu werden - zu hoch wird sie geschätzt für ihre ruhige und wissenschaftliche Art, zu wenig überzeugen ihre Mitstreiter in der CDU/CSU. Die andere große Volkspartei hat man derweil schon fast vergessen. Braucht hier noch irgendjemand die SPD oder kann das weg? Schafft die AfD es zum zweiten Mal in den Bundestag? Und könnte Schwarz-Grün, was ja hier bei uns in Hessen auf Landesebene ziemlich beständig funktioniert, auch eine Option für den Bund sein? Nicht zu vergessen: 2021 findet ja nicht nur die Bundestagswahl statt, sondern auch fünf Landtagswahlen: In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Damit könnte die politische Landkarte in Deutschland ganz schön durcheinandergewirbelt werden. Könnte.

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  • 04.01.2021
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    Geduld am Ende? Vom Verlust einer Tugend

    Wer steht schon gern im Stau oder an der Supermarktschlange, wer wartet gerne wochenlang auf die Reaktion nach einem Bewerbungsgespräch? In Zeiten der schnellen Posts und Likes ist die Geduld oft ganz schnell am Ende, und mit ihr auch die Ausdauer, die Selbstkontrolle und die Frustrationstoleranz - die Geschwister der Geduld. So geht es auch vielen zu Zeiten von Corona. Füße stillhalten statt Leute treffen, sich an Regeln und Maßnahmen halten, obwohl die Begierde in eine andere Richtung weist, warten auf die Impfung. Dabei kann die Geduld in der Pandemie Leben retten und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Studien zeigen sogar: Wer geduldig sein kann, ist in der Regel auch erfolgreicher, steigert seine soziale und emotionale Kompetenz. Warum eigentlich reißt uns dann trotzdem so oft der Geduldsfaden?

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  • 30.12.2020
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    Ein ganz besonderer Saft – Deutschland fehlt Blut

    "Blut ist ein ganz besonderer Saft." Mit diesen Worten unterstreicht Goethes Mephisto seine Forderung an Faust, den Pakt mit einem Tröpfchen Blut zu besiegeln. Es ist wirklich etwas sehr Besonderes, das Blut. Kann doch mit einer Spur davon schon ein Mörder überführt werden, und nach ein wenig Analyse verrät es, wie gesund oder krank der Körper drumherum ist. Mit ein wenig mehr vom besonderen Saft kann sogar Leben gerettet werden. Aber genau das wird immer schwieriger. Denn die Bereitschaft, Blut zu spenden, nimmt in den letzten Monaten ab. Und - auch das ist besonders am Blut - die Merkmale des Spenderblutes müssen passen, und noch kann es nicht künstlich hergestellt werden. Blut ist eben der Lebenssaft. Wenn er zum Stillstand kommt, ist kein Leben mehr. Und so gibt es keinen Stoff, der kulturhistorisch, religiös und sogar politisch gleichermaßen Wirkungsmacht entfaltet hat - als Symbol für Leben, Leid und Tod gleichermaßen. Was also, wenn der besondere Saft knapp wird? (Wdh. vom 08.09.2020)

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  • 29.12.2020
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    Liebe Mensch*innen! Anders sprechen, anders denken?

    Wie sage ich es richtig? Diese Frage stellt sich tagtäglich, wenn es um Menschen unterschiedlichen Geschlechts geht. Studenten und Studentinnen, Student*innen, oder Studierende? Die Welt scheint sich zu entzweien - mindestens. Während die einen konsequent die weibliche und die männliche Form benutzen, beharren andere darauf, zu sprechen wie ihnen der "Schnabel gewachsen ist", wie Ministerpräsident Kretschmann. Diplomatisch versuchen wieder andere, der Offenbarung ihrer Gesinnung durch bewusstes Gendern oder dessen bewusste Vermeidung zu entkommen und reden um den heißen Brei herum. Und der Brei ist wirklich heiß. Längst beschäftigen hitzige Debatten die Redaktionen und Lektorate, Personalabteilungen und den Stammtisch. Und das nicht nur, wenn es um Frau und Mann und alle anderen Geschlechter geht. Auch die korrekten Bezeichnungen für Menschen unterschiedlicher Hautfarbe sind viel diskutiert. Aber ist Sprache wirklich entscheidend für Veränderung? Für ein anderes Bewusstsein, eine andere Wirklichkeit? Oder ist sie im Umkehrschluss völlig bedeutungslos? Wer bestimmt über die richtige Wortwahl? (Wdh. vom 10.09.2020)

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  • 28.12.2020
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    Mehr als ein Datenspeicher – Mein Gehirn, mein Gedächtnis und ich

    "Wie war das noch mal?" - Spätestens wenn es mal nicht funktioniert, merken wir, wie bedeutend es ist: das Gedächtnis. Es trennt wichtige von unwichtigen Informationen, speichert sie und ruft sie wieder ab, wenn wir sie benötigen. Normalerweise leitet es uns halbwegs zuverlässig durch das Leben. Wie ist der kürzeste Weg zur Arbeit? Was will ich einkaufen? Und wie heißen meine Liebsten? Auch wenn wir diese Fragen jahrzehntelang selbstverständlich und ohne großes Nachdenken beantworten können, bleibt diese Fähigkeit nicht lebenslang erhalten. Die Merkfähigkeit lässt nach: ganz normal. Das Gedächtnis funktioniert nicht mehr: nicht mehr normal, sondern ein Zeichen für eine Erkrankung. Wenn am Welt-Alzheimer-Tag das nicht mehr funktionierende Gedächtnis wieder zum Thema wird, steht dahinter auch die Frage: Wie funktioniert das Gedächtnis denn eigentlich? Kann es beeinträchtigt werden, zum Beispiel durch die Nutzung digitaler Medien? Und wie weit können wir es - erkrankt oder nicht - trainieren, vielleicht sogar bis zur unendlichen Leistungsfähigkeit? (Wdh. vom 21.09.2020)

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  • 23.12.2020
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    Geschenkt! Vom Geben und Nehmen

    Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt man und in dieser kleinen Lebensweisheit steckt das ganze Spektrum des Geschenke-Dramas: Man schenkt, weil es ein guter Brauch ist, weil man jemanden mag, weil man sich etwas davon verspricht, weil es sich so gehört, weil man Spaß am Schenken hat, weil man sich und anderen eine Freude machen möchte ,weil es erwartet wird. Besonders viel wird zur Weihnachtszeit geschenkt. Und manchmal erhalten nur große Geschenke die Freundschaft. Das kann beim Staatsbesuch sein, oder wenn es etwas gut zu machen gilt. Wann hat der Mensch eigentlich angefangen mit dem Schenken und kann man auch zuviel geben? Was schenkt man, wenn die Geschäfte zu haben und wie reagiert man, wenn man etwas bekommt, was man ganz entsetzlich findet?

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  • 22.12.2020
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    Liebe lebenslänglich - Pure Langeweile oder tiefe Erfüllung?

    Die lange Liebe: sie schien aus der Mode gekommen in unserer schnelllebigen Zeit, wollte sie doch so gar nicht mehr passen in die modernen Lebensmodelle mit beruflicher Flexibilität, globaler Mobilität und schnellen Entscheidungen. Noch dazu scheint sie doch mit den digitalen Möglichkeiten des schnellen Dates komplett unnötig. Das sehen offensichtlich auch ältere Jahrgänge zunehmend so, der Anteil der Scheidungen ab 45 hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig sind die Praxen der Paartherapeuten gut gebucht. Stehen wir durch die Pandemie vor einer Trendwende? Kurz vor dem Fest der Liebe lohnt der Blick: Was kann die lange Liebe, was der schnelle Flirt nicht bringt? Und ist das genug, um die Anstrengung zu rechtfertigen, die sie braucht, nachdem der leidenschaftliche Hauch der frischen Liebe verflogen ist?

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  • 21.12.2020
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    Geborgen im Gotteshaus – Welche Zuflucht bieten heilige Räume?

    Die Stärke der Tür hinderte den Attentäter von Halle, in die dortige Synagoge einzudringen. Nicht etwa die Ehrfurcht vor dem religiösen Gebäude. Vor der Synagoge hat er dann gleichwohl mehrere Menschen getötet oder verletzt, und darüber wird das zuständige Gericht in Magdeburg jetzt das Urteil sprechen. Wer aus Fanatismus Attentate verübt, überschreitet bereitwillig jede noch so heilige Schwelle - die einer Synagoge wie in Halle, einer Moschee wie in Christchurch, einer Kirche wie in Nizza. Gerade solche Attentate sind besonders perfide, weil viele Menschen sich gerade in Synagogen, Kirchen, Moscheen und Tempeln besonders geborgen fühlen. Fühlen wollen. Und auch fühlen sollen. Denn die Unverletzlichkeit von Gotteshäusern ist ein hohes Gut, das den meisten Menschen zu allen Zeiten heilig war. Auch wenn es zu allen Zeiten andere Menschen gab, die keinen Respekt davor hatten. Wie wichtig religiöse Stätten als Zufluchtsorte sind, das wird uns heutzutage vielleicht ganz besonders bewusst. Dadurch, dass sie immer wieder bedroht werden. Und dadurch, dass sie gerade jetzt während der Pandemie nicht wie sonst die Türen hoch und die Tore weit machen können.

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